„Ich bin länger als Karl Marx“

Selten zuvor erlebte das Trierer Stadtmuseum einen vergleichbaren Ansturm: Hunderte Menschen drängten sich am Sonntagmittag im völlig überfüllten Trebeta-Saal, viele Besucher drangen erst gar nicht bis zum Ort des Geschehens vor. Für die enorme Resonanz auf die Eröffnung der Karl-Marx-Installation des Künstlers Ottmar Hörl dürfte allen voran der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion gesorgt haben. Gregor Gysis schon im Vorfeld umstrittener Auftritt geriet zu einem leidenschaftliche Plädoyer für einen zeitgemäßen Umgang mit dem berühmtesten Sohn der Stadt. Man solle sich bei der Beurteilung von dessen Lebenswerk nicht „vom Missbrauch leiten lassen“, werde Marx aber auch nicht durch Ikonisieren gerecht. Den Trierern riet er, mehr Kapital aus der Bekanntheit des Philosophen zu schlagen, die Universität nach ihm zu benennen und schon morgen einen Brief an die Bundeskanzlerin zu schreiben, auf dass diese eine Förderzusage für die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag gebe.
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Den Abstand nur ein bisschen verkürzt

Ambitionen, am Ende einen der beiden Playoff-Plätze zu belegen, hatten sie zuletzt im Lager des SV Eintracht Trier 05 in schöner Regelmäßigkeit kleingeredet – man fühlt sich ganz offenbar wohl in der Rolle des Verfolgers der beiden führenden Teams aus Kassel und Elversberg. Nach dem eigenen 0:0 gegen die SG Sonnenhof Großaspach und den Patzern der Konkurrenz war die Enttäuschung aber doch spürbar: Mit hängenden Köpfen verließen die Eintracht-Akteure am Samstag gegen 15.50 Uhr den Moselstadion-Rasen. Zufrieden zeigte sich SVE-Cheftrainer Roland Seitz mit der kämpferischen Einstellung seines Teams, befand es aber trotzdem als „ärgerlich, dass wir das Ding nicht gezogen haben“. Der SVE lief bei Temperaturen um die 20-Grad-Marke fast permanent an, fand aber nur selten probate Mittel gegen die taktisch sehr diszipliniert und mit zwei tief ausgerichteten Viererketten agierenden Gäste aus dem Schwabenland.
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Mehr als nur ein Hobby

Über seine bisherigen Erfolge kann er sich nur „minimal freuen“. Sprinter Kevin Ugo vom Post-Sportverein Trier strebt nach mehr: Er will ins Nationalteam und an die Spitze der deutschen Jugend. „Das Talent und den Ehrgeiz habe ich“, sagt er selbstbewusst. Zweieinhalb Jahre läuft der 17-Jährige erst und kann sich ein Leben ohne Leichtathletik schon nicht mehr vorstellen. In der Serie “Auf dem Sprung nach oben – Talente aus Trier” stellt 16vor-Mitarbeiter Jörn Pelzer regelmäßig vielversprechende Trierer Nachwuchssportler vor.
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Zewener Umgehung auf Mainzer Liste

Im September 2011 debattierte der Stadtrat zuletzt über die seit Jahrzehnten geforderte Ortsumgehung Zewen. Die FWG-Fraktion hatte beantragt, dass die Stadt die Planung des millionenschweren Vorhabens zügig angehen müsse. Mit ihrem Antrag wollten die Freien Wähler seinerzeit auch OB Klaus Jensen (SPD) unter Druck setzen, denn der lehnte den Moselaufstieg mit dem Hinweis ab, dass dieser den Durchgangsverkehr des ohnehin schon arg gebeutelten Stadtteils Zewen weiter erhöhen würde, für eine Umgehung aber das Geld fehle. Im Rat fand sich keine Mehrheit für den FWG-Vorstoß, SPD und Grüne warnten vor einer weiteren „Planung für die Schublade“. Mag sein, dass das Thema Ortsumgehung Zewen über kurz oder lang dort wieder verschwinden wird, doch zunächst landet es nun völlig überraschend auf dem Tisch des Bundesverkehrsministers – als eines von 90 Projekten, welche die Landesregierung für den Bundesverkehrswegeplan 2025 anmelden wird.
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Eintracht Trier im Pokalfinale

Fußball-Regionalligist Eintracht Trier hat das Finale des Rheinlandpokals erreicht. Beim Titelverteidiger SV Roßbach/Verscheid siegte das Team von Roland Seitz am Mittwochnachmittag mit 3:0 (2:0) und darf sich nun im Endspiel auf ein Derby gegen den FSV Salmrohr freuen. „Wir sind ohne größere Probleme weitergekommen“, sagte Eintracht-Torwart Andreas Lengsfeld nach der überlegenen Trierer Leistung im Wiedtal. Zu respektvoll agierte der Oberligist aus Roßbach vor allem in der ersten Halbzeit, um die klassenhöheren Moselaner von der Finalteilnahme abzuhalten.
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Sackgasse oder netter Zuverdienst?

Mehr als 15.000 Menschen gehen in Trier einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach. Laut Agentur für Arbeit arbeiten hiervon knapp 10.500 Beschäftigte ausschließlich auf der Basis eines sogenannten Minijobs, für die anderen dient die Stelle als Nebenerwerb. Trier liege damit im Trend des Landes, heißt es vonseiten der Behörde. Befürworter von Minijobs führen ins Feld, auf diese Weise ließen sich Jobsuchende qualifizieren, zudem könnten sie so den Weg zurück in eine reguläre Beschäftigung finden. Kritiker kontern, auf diese Weise würden reguläre Beschäftigungsverhältnisse geradezu verdrängt. Wie denken die Trierer Direktkandidatinnen und -kandidaten für den Bundestag darüber? Mit dem Thema „Minijobs“ starten wir heute unsere Reihe 16vor-Wahl.

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Marx und ich

Keine Bange: Das ist noch nicht die letzte Karl-Marx-Kolumne – immerhin stehen ja noch weitere Highlights im Rahmen seines kleinen Jubiläums bevor wie die Installation der 500 Marx-Figuren rund um Porta Nigra oder die Ausstellung „Karl Marx in der Karikatur“ (ab kommenden Montag, 19 Uhr, in der Volkshochschule am Domfreihof). Das sind ja durchaus Ereignisse, die nach kolumnistischer Berichterstattung verlangen. Aber dennoch muss ich jetzt schon eine Zwischenbilanz ziehen und erschreckt feststellen, wie vertraut mir der Marxens Kalle in den vergangenen Wochen geworden ist.
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Liberaler Hoffnungsträger a. D.

Wirtschafts- und Kulturdezernent Thomas Egger verlässt die Liberalen, die sind somit nicht mehr im Stadtvorstand vertreten. Entsprechende Gerüchte kursierten seit Monaten, am Montagabend wurden sie zur Gewissheit. Immer wieder war es in den vergangenen Jahren zu teils offenen Auseinandersetzungen zwischen der Partei und ihrem Spitzenkandidaten von 2009 gekommen – das Alkoholverbot an Weiberfastnacht und die Brezel-Entscheidung sind zwei Beispiele für einen Entfremdungsprozess, der in Zerrüttung endete. Mit drei dürren Sätzen verabschiedeten die Trierer Liberalen am Montagabend ihren einstigen Hoffnungsträger, der machte vor allem Bundes- und Landes-FDP für seinen Schritt verantwortlich. Beschädigt sind alle Beteiligten, nützen dürfte der Parteiaustritt weder der FDP noch Egger.
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„Die wollen nicht das Beste für Trier“

Gegen das Vorhaben von ECE, in Trier zu investieren, formiert sich massiver Widerstand. Einzelhändler sind alarmiert, IHK und City-Initiative verlangen eine „wirklich neutrale Prüfung“, ob die Stadt ein weiteres Center braucht.  Die ehemalige CIT-Vorsitzende Karin Kaltenkirchen hält mit Kritik nicht hinterm Berg und warnt vor dem potenziellen Investor. Dass der in Trier noch nicht Fuß gefasst hat, bedauerte der Leiter des städtischen Amts für Stadtentwicklung und Statistik indes schon im August 2011, wie aus einem Manuskript hervorgeht. Mit welchen Methoden der Projektentwickler ECE Vorhaben durchsetzt, zeigt das Beispiel Braunschweig: Dort kaufte man kurzerhand Immobilien auf und schaltete so einen Kläger aus. Derweil verwahrt sich Klaus Jensen (SPD) gegen Kritik am Vorgehen des Stadtvorstands: Es werde „keine geheime Hinterzimmer-Politik“ geben, versicherte der OB. Dennoch dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich eine Bürgerinitiative gegen die ECE-Pläne gründet.
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Keine Gala zu Dojcins Abschied

Viel Licht, aber auch viel Schatten. So kann man den Auftritt der TBB in Quakenbrück am Besten beschreiben. Die Gäste waren zum Saisonabschluss beim 78:71 (37:45) nicht chancenlos, hatten aber in einem spannenden Endspurt dem Angriffswirbel der Heimmannschaft zu wenig entgegenzusetzen. Erfolgreichste Trierer Korbjäger, für die zum letzten Mal Dragan Dojcin auflief, waren Brian Harper (16), Barry Stewart (12) und Nate Linhart (11). Damit beendet die TBB, die lange Zeit gute Aussichten auf die Playoffs hatte, die Saison auf dem 12. Tabellenplatz.
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Eintracht Trier holt Punkt am Betzenberg

Im Spitzenspiel der Regionalliga Südwest trennten sich am Samstagnachmittag der 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Trier 0:0. Damit setzen beide Mannschaften ihre Erfolgsserien fort – zuhause bleibt die U23 des FCK seit vergangenem Herbst ungeschlagen und hat auf dem Betzenberg seit neun Spielen kein Gegentor mehr kassiert, der SVE ist seit sieben Ligaspielen ohne Niederlage. Roland Seitz wäre vor dem Spiel noch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen, im Anschluss sieht er es als Punktverlust. Grund dafür waren nicht nur das starke Auftreten seiner Mannschaft und die besseren Chancen, sondern auch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen. „Dessen Leistung war eines Spitzenspiels nicht würdig“, so der Trierer Trainer.
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