Meinung: Was will die Stadt?

Machen wir uns nichts vor – die Frage nach dem „ob“ wird nicht mehr in Trier beantwortet, sondern in Hamburg. Sollte ECE zu dem Ergebnis kommen, dass eine Investition von bis zu einer Viertelmilliarde Euro in der Moselstadt gut angelegtes Geld wäre, wird das Unternehmen alles daransetzen, seine Projekte zu verwirklichen. Das ist auch erst einmal nicht verwerflich, doch wird es darauf ankommen, ob Oberbürgermeister, Dezernenten und am Ende auch Rat und Bürger ausreichend Selbstbewusstsein und Rückgrat an den Tag legen, um zu verhindern, dass der potenzielle Investor die Bedingungen diktiert. Ein Kommentar von Marcus Stölb
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„Ein bisschen Feuer ist auch ganz gut“

Zwischen 150 und 250 Millionen Euro sei man „bereit und in der Lage“, in Trier zu investieren, erklärte der Vertreter des Hamburger Projektentwicklers ECE. Sein Unternehmen wolle sowohl einen Standort zwischen Simeonstraße und Pferdemarkt, als auch den Bereich um die Europahalle entwickeln, ließ er wissen. Für letztere hat sich das Unternehmen bereits ein exklusives Vorkaufsrecht gesichert. OB Klaus Jensen (SPD) sprach dennoch von einem „absolut ergebnisoffenen Prozess“, man stehe ganz am Anfang, es gebe „keine Bindungen oder irgendwelche Festlegungen“. Zugleich machten OB und Dezernenten aber deutlich, dass sie durchaus eine Notwendigkeit für zusätzliche Einzelhandelsflächen in Trier sehen. Der ECE-Manager erklärte schon mal an die Adresse der hiesigen Geschäftsleute: „Klagen gehört zum Handel, aber ein bisschen Feuer ist auch ganz gut“.
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Der Konflikt zwischen Hans Hölzel und Falco

1998 kam Falco unter Drogen- und Alkoholeinfluss bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik mit 40 Jahren ums Leben. Damit verpasste er zwar das Aufnahmealter für den „Club 27“ (Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain, Amy Winehouse), an seiner Todesursache und seiner musikalischen Bedeutung wäre die Mitgliedschaft aber nicht gescheitert. Mit Titeln wie „Rock me Amadeus“ und „Jeanny“ gehörte er zu den Stars der 80er – auch international. Wenige Wochen nach seinem Tod wurde das Album „Out of the Dark“ veröffentlicht, das nach zehn weniger erfolgreichen Jahren wieder ganz oben in den Charts landete. Im Theater Trier wird am Samstag um 19.30 Uhr das Tanzstück „Falco – The Spirit never dies“ uraufgeführt, das sich dem Leben des Wiener Musikers widmet. 16vor sprach mit dem Hauptdarsteller Alexander Kerbst, der schon in dem Musical „Falco meets Amadeus“ mitwirkte, unter anderem darüber, wie die Darstellung von Falcos Biografie als Tanztheater funktioniert.
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„Von der Stadt kommt keine Unterstützung“

Blockiert die Stadt in Zewen ein millionenschweres Bauvorhaben? Nicht nur die Eigentümer eines rund 7.000 Quadratmeter großen Areals haben diesen Eindruck gewonnen, auch die „Interessengemeinschaft BZ 12“ und eine Mehrheit des Ortsbeirats fühlt sich vom Wirtschaftsdezernenten und der Baudezernentin ausgebremst. Anlass für die Auseinandersetzung ist der Wunsch, ein Gewerbe- in ein Mischgebiet umzuwidmen und so die rechtlichen Voraussetzungen für eine Wohnbebauung zu schaffen. Im Rathaus lehnt man dies ab und wirft den Eigentümern indirekt vor, sich nicht ausreichend um die Vermarktung ihrer Liegenschaft gekümmert zu haben. Die verweisen auf 70 potenzielle Interessenten, die allesamt nicht zu einer Investition bereit gewesen seien – wegen der ungünstigen Topographie und der unzureichenden verkehrlichen Erschließung. Während man sich seit Jahren bemühe, neue Perspektiven für das Gewerbegebiet zu entwickeln, lasse die Stadt jegliche Unterstützung vermissen und habe bis heute nicht einen Lösungsvorschlag präsentiert.  
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Ging da was mit Lenchen Demuth?

Machen wir uns doch nichts vor: Auch der Marxens Karl war nur ein Philosoph. Mit ganz normalen Schwächen und Bedürfnissen. Auch wenn man den ganzen Tag an Manifesten rumschreibt oder am Kapital arbeitet, muss man deshalb noch lange nicht unempfänglich sein für weibliche Reize. Aber: Musste es denn unbedingt eine Saarländerin sein?! Moment, ganz ruhig bleiben! Und sachlich! Noch mal zurück zur Pilgerreise nach London ans Grab von Karl Marx. Dort liegt ja nicht nur der Marx begraben, sondern auch seine Frau Jenny, seine Tochter Eleanor, der Enkel Harry… und ebenfalls mitbestattet wurde dort das Dienstmädchen der Marxens: Helena Demuth, genannt „Lenchen“, aus St. Wendel. Nein, es hat gar keinen Zweck, jetzt hektisch im „Manifest“ rumzublättern, um dort einen Hinweis zu finden, ob schlecht bezahlte Lohnabhängige später mit ins Familiengrab gehören. Hinter dieser Lenchen-Demuth-Sache muss was anderes stecken.
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Der Marathon-Slam

Die Deutschen lachen im Durchschnitt sechs Minuten am Tag. Am vergangenen Samstagabend wurden in der Mensa der Hochschule Trier für manche der 500 Besucher bis zu viereinhalb Stunden daraus. Unter dem Motto „Master meets Mensa“ kamen dort acht, bereits bei „Trierer Comedy Slams“ erfolgreiche Komiker zusammen, die im Rahmen des „Master Comedy Slams“ um den neunten Constantin-Comedy-Preis wetteiferten. Das Programm der Veranstaltung vom Kultur Raum Trier e.V. war vielseitig, mit Tanz- und Musikeinlagen und einer großen Portion Komik. Aber auch deutlich zu lang.
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Abstiegskampf statt Playoffs

Die TBB Trier hat am 32. Spieltag der Basketball-Bundesliga in der heimischen Arena das Duell gegen die Tigers Tübingen in der Verlängerung verloren. Dem Team von Henrik Rödl gelang am Sonntagnachmittag vor 4535 Zuschauern nicht der erhoffte Befreiungsschlag im letzten Heimspiel der Saison. Nach der 82:87-Niederlage – am Ende der regulären Spielzeit stand es 72:72 – muss die TBB nun um den Klassenerhalt bangen. Ein Grund dafür war die schlechte Trefferquote von der Freiwurflinie. „Wir hatten heute nicht die Nervenstärke von der Linie. Mein Team trifft eigentlich besser“, analysierte TBB-Cheftrainer Rödl den unnötigen Punktverlust gegen den Tabellennachbarn aus Tübingen.
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„Wer hoch springen will, kann auch tief fallen“

Wenn Klaus Jensen zum Bürgerempfang lädt, nutzt er diese Gelegenheit auch zu Elogen auf die Stadt, an deren Spitze er seit sechs Jahren steht. So war es auch am Freitagabend wieder, als Jensen an die rund 300 Gäste appellierte, sich immer wieder bewusst zu machen, „in was für einer wunderbaren Stadt wir eigentlich leben“. Triers Skater fänden die Stadt noch ein wenig wunderbarer, wenn in diesem Jahr endlich die Zukunft des „Projekt X“ in Trier-West geklärt würde. Die Verleihung des Bürgerpreises an Axel Reichertz wird von manchen in der Szene denn auch als eine Art Versprechen gewertet. Ausgezeichnet wurden am Freitag auch die „Initiative Pro Pfalzel“ und der Verein „Autismus Mosel-Eifel-Hunsrück e.V., Regionalverband Trier – Hilfen für Menschen mit Autismus“.
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Remis beim „Heimspiel“ in Elversberg

Im Spitzenspiel des 31. Spieltages der Regionalliga Südwest trennten sich am Samstagnachmittag der SV Elversberg und Eintracht Trier mit einem torlosen Unentschieden. In der Tabelle änderte sich dadurch für beide Mannschaften nichts. Der SVE hat damit in den vergangenen vier Spielen gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel gepunktet und weiterhin gute Chancen auf einen der beiden Aufstiegsrundenplätze.
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„Ich genieße jeden Tag“

Einmal in der Bundesliga auflaufen, den Adler auf der Brust tragen und für sein Land Fußball spielen: Was für viele Jungs in seinem Alter wie ein Wunschtraum klingt, ist für Dominik Kohr wahrgeworden. Schritt für Schritt hat sich der gebürtige Trierer seit seinem Wechsel 2008 von der TuS Issel zu Bundesligist Bayer Leverkusen nach vorne gekämpft. Vor fast genau einem Jahr durfte er zum ersten Mal Bundesligaluft schnuppern. In der Serie “Auf dem Sprung nach oben – Talente aus Trier” stellt 16vor-Mitarbeiter Jörn Pelzer wöchentlich vielversprechende Trierer Nachwuchssportler vor.

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Mehr sparen kann das Theater nicht

Als im vergangenen September die Integrated Consulting Group als das Unternehmen vorgestellt wurde, das eine „Strukturuntersuchung zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Theaters Trier“ durchführen soll, dürften vor allem die Betroffenen erstmal geschluckt haben. Der für Trier zuständige Berater Professor Dieter Haselbach, Senior Consultant bei der ICG Deutschland, ist einer der vier Autoren des umstrittenen Buches „Der Kulturinfarkt“. „Jede zweite Kulturinstitution kann weg“ lautet eine der provokanten Thesen des Soziologen. Für das Trierer Theater gab es in der gestrigen Kulturausschussitzung jedoch viel Lob von Haselbach. Dem Ausschuss präsentierte er eine Zwischenbilanz der Analyse. Das Ergebnis der Prüfung auf Optimierungspotenzial der Einrichtung lautet: Noch mehr sparen kann das Theater nicht. Allein für das Konsolidierungsziel reicht dies nicht aus.
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Der richtige Handel im falschen?

Zur Erinnerung an den in Trier geborenen Jesuitenpater und Nestor der katholischen Soziallehre, Oswald von Nell-Breuning, vergibt die Stadt seit 2003 alle zwei Jahre den nach ihm benannten Preis. Nun wurde die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung dem Kölner Verein TransFair zugesprochen, einer Organisation, die mittels Lizenzsiegel Produkte aus fairer Produktion kennzeichnet und somit deren Akzeptanz fördert. Die Preisverleihung am vergangenen Dienstagabend vereinte feierliche Lobreden auf ein Konzept, das vor allem in den letzten Jahren durchaus Gegenstand kontroverser Auseinandersetzungen war.
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