„Wenn es eine Stadt schaffen kann, dann Trier“

ECEDiskussionJensenWilhelmusIn der Aula des Humboldt-Gymnasiums sind am Dienstagabend die Hauptprotagonisten der ECE-Debatte aufeinander getroffen. Befürworter des Projekts wurden nicht gesichtet, sieht man einmal von Gerd Wilhelmus ab. Der eloquente ECE-Manager hatte erwartungsgemäß einen schweren Stand, doch auch Klaus Jensen gelang es kaum, seine Position in der Diskussion zu vermitteln. „Wir sind beim Punkt Null“, versicherte der OB, woraufhin ihm entgegengehalten wurde, dass dies weniger sein Verdienst, sondern das des Stadtrats sei. Die Einzelhändler Michael Müller und Gerd Guillaume waren erkennbar bemüht, nicht als Konkurrenz-Bremsen dazustehen, Raumplaner Muschwitz punktete bei den ECE-Gegnern mit dem Appell, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Ein Ergebnis des Abends könnte auch sein, dass der Veranstaltungsort HGT-Aula vorerst ausgedient hat.
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„Früher war alles anders kompliziert“

16vorWahl-KatrinWernerAm 22. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Wer verbirgt sich hinter den im Wahlkreis Trier antretenden Direktkandidaten der bereits im Berliner Reichstagsgebäude vertretenen Parteien? In unserer Reihe „16vor-Wahl“ stellen wir in den kommenden Monaten die Bewerber vor, befragen sie zu konkreten Themen und begleiten sie im Wahlkampf. Dieses Mal baten wir sie, 22 Satzanfänge zu vervollständigen. Heute: Katrin Werner, gelernte Einzelhandelskauffrau und seit 2009 Mitglied des Bundestags. Wann stößt die Linke, die auch Kreisvorsitzende ihrer Partei und Mitglied des Trierer Stadtrats ist, an ihre Grenzen? Was verbindet sie mit Gerhard Schröder? Und was empfindet Katrin Werner, wenn sie auf ihr bisheriges Leben zurückblickt?
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Lessings listige Frauenzimmer

Major von Tellheim (Michael Ophelders) macht es Minna von Barnhelm (Barbara Ullmann) nicht immer leicht, an ihrer Liebe zu ihm festzuhalten. Foto: Marco PiecuchBehutsam ging Intendant Gerhard Weber bei der Neuinszenierung von „Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück“ vor, die am vergangenen Samstag im Großen Haus des Trierer Theaters Premiere feierte. Die zurückhaltende Modernisierung des Lessingschen Lustspieles wartet mit großartigen schauspielerischen Leistungen und viel Witz auf, der seine Kraft aus den unfreiwillig komischen Ehrvorstellungen und überkommenen Umgangsformen der reputationssüchtigen Gesellschaft bezieht und sich bisweilen bedrohlich nah ins Tragische neigt. Leider wird das große Potenzial des Werkes für eine gegenwärtige Gesellschaftskritik nicht gänzlich ausgeschöpft. 
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Ratsmehrheit will Dezernenten Druck machen

Seit Ende des vergangenen Jahrhunderts hat sich auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Wasserbilliger Straße nichts mehr getan. Nur noch eine Trümmerwüste erinnert heute an die ehemalige Plattenfabrik in Zewen. Die Eigentümer möchten auf der Brache eine barrierefreie Wohnanlage errichten, doch müsste hierfür das bestehende Gewerbe- in ein Mischgebiet umgewidmet werden (wir berichteten). Das lehnen die Spitzen von Bau- und Wirtschaftsdezernat allerdings ab. Nun bekommen sie Druck von einer selten Koalition: Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Fraktionen von CDU, Grünen, FWG und FDP erreichen, dass die Verwaltung die Umwidmung doch auf den Weg bringt. Eine Mehrheit für die Forderung gilt als sicher.
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Vom Aufstehen und Weitermachen

David Scherzer (hier als Hans Hölzel) muss die Koffer nicht packen. Der Tänzer bleibt dem Trierer Theater als Ballettmeister und Assistent von Sven Grützmacher erhalten. Foto: Marco PiecuchDavid Scherzer tanzt seit acht Jahren am Trierer Stadttheater. Seit 20. April ist er in der erfolgreichen Inszenierung „Falco – the spirit never dies“ zu sehen. Es wird seine letzte Rolle sein, denn nach dieser Spielzeit hängt Scherzer verletzungsbedingt die Tanzschuhe an den Nagel. Der 33-Jährige wird am kommenden Sonntag um 18 Uhr als Hans Hölzel, der bürgerliche Falco, zum letzten Mal in einer Vorstellung auf der Bühne stehen. Doch dem Trierer Theater bleibt er erhalten: als Ballettmeister und Assistent von Tanztheaterleiter Sven Grützmacher. Um in Bewegung zu bleiben, soll es mit gelenkschonenderen Betätigungen weitergehen.
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„Irgendwann die Weltmeisterschaft gewinnen“

Die Triererin Charlotte Sanati gilt als eines der größten Schachtalente in Deutschland. Zwei Mal wurde sie bereits deutsche Meisterin, zuletzt holte sie den Vize-Titel. Foto: Jörn PelzerWährend andere Kinder in ihrem Alter hoffen, in diesem Jahr endlich wieder weiße Weihnachten zu erleben, wird Charlotte Sanati definitiv keinen Schnee an Heiligabend zu sehen bekommen. Für die 11-Jährige, die als eines der größten deutschen Nachwuchstalente im Schach gilt, steht über die Weihnachtstage die Weltmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten an – und das im T-Shirt und mit kurzer Hose. In der Serie “Auf dem Sprung nach oben – Talente aus Trier” stellt 16vor-Mitarbeiter Jörn Pelzer regelmäßig vielversprechende Trierer Nachwuchssportler vor.
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Fragwürdig und unredlich!

Lewentz„Mit Vollgas in die Sackgasse? Mobilität im Raum Trier am Scheideweg“ stand als Motto über der Veranstaltung. Es folgte eine jener ergebnislosen Diskussionen, wie sie seit Jahren immer wieder geführt werden. Auf der einen Seite ein Minister auf verlorenem Posten, was er mindestens so sehr seinem Amtsvorgänger wie dem grünen Koalitionspartner zu verdanken hat – und einer Studie, die das aus seiner Sicht erwünschte Ergebnis nicht lieferte; auf der anderen Seite Funktionäre, Unternehmer und Politiker, die meinen, der Bund werde es schon richten und man müsse sich in Trier und Mainz doch nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie Berlin die gewünschten Straßen bezahlen soll. Das eine ist so unredlich wie das andere verantwortungslos ist, und beides sorgt für Verdruss. Ein Kommentar von Marcus Stölb.
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Der Aufstand beginnt im Discounter

Wie aus Theaterbesuchern ein Protestzug wird. Karl Marx führt die Trierer Demonstranten auf den  Kornmarkt. Foto: Volker HaaßMit „Stadt in Aufruhr“ möchte das Theater Trier im Rahmen des Festivals „Maximierung Mensch“ einen düsteren Gegenentwurf zum Strukturpapier des Stadtvorstandes liefern. Herausgekommen ist dabei ein theatraler Stadtrundgang durch das heruntergewirtschaftete Trier des Jahres 2025. Das Konzept für die Inszenierung arbeitete eine Studentengruppe um Roman Schmitz aus, die bereits durch den „TheaterUmriss“ sowie das „Tafel-Theater“ in Trier bekannt wurde. Mit der Premiere am Mittwochabend glückte dem rund 100-köpfigen Laienensemble dabei eine teils famose, weil mitreißende Darbietung experimenteller Theaterformen.
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„Trier ist doch nicht Hallig Hooge“

Es gehe nicht mehr um das „ob“, sondern nur noch um das „wie“, erklärte OB Jensen (SPD), als er am Mittwoch über den Sachstand in Sachen Westtrasse informierte. Dass deren Reaktivierung für den Personenverkehr kommen wird, davon sind er sowie Landesminister Lewentz und der Chef des Zweckverbands SPNV Nord, Dr. Geyer, inzwischen „felsenfest“ überzeugt. Das Trio präsentierte indes einen sehr ambitionierten Zeitplan: Bis Dezember 2017 werde man fünf neue Haltepunkte realisieren, dann sollen im Halbstundentakt Regionalbahnen auf der Trasse verkehren und Trier besser an Luxemburg anbinden. Geplant ist auch eine neue Linie zwischen Ehrang, Konz und Saarburg. Dass noch etwas den Zug aufhalten könnte, glauben die Verantwortlichen in Mainz und Koblenz nicht. Stattdessen üben sie Kritik an Berlin und der Bahn AG. Denn spätestens 2015 wird Trier komplett vom Fernverkehr abgekoppelt werden. 
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Jelinek wörtlich genommen

Der Rettungsschirm für die Versicherungen (Sabine Brandauer und Vanessa Daun). In der Trierer Inszenierung von Elfriede Jelineks "Aber sicher!" wurde viel wörtlich genommen. Foto: Silvia GüntherElfriede Jelinek beschreibt in „Aber sicher!“ die Entstehung und weitere Entwicklung der Finanzkrise. Und dann erklärt sie die daraus entstandene Kapitalismuskritik für gescheitert. Aber darf man ihr das glauben? Judith Kriebel inszenierte das an Längen nicht arme Stück, das am Dienstagabend in der Luxemburger „Banannefabrik“ im Rahmen des Trierer Schauspielfestivals „Maximierung Mensch“ Premiere feierte. Am Freitag ist „Aber sicher!“ um 20 Uhr im Studio des Theaters zu sehen.
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