„Isch liebe ‚Axe und Knödel“

Der Liebe wegen kam Nathalie Licard, die aus dem französischen Dax stammt, 1997 nach Deutschland. Trotz mäßiger Sprachkenntnisse arbeitete sie zunächst als Telefonistin für die „Harald Schmidt Show“, ehe sie mit ihrem verführerischen Akzent die Anmoderation übernahm und schließlich leibhaftig in der Sendung auftrat. Ein Wiedersehen mit ihr in der neuen Late-Night-Show von Harald Schmidt auf Sat.1 wird es aber vorerst nicht geben, wie sie im Gespräch mit 16vor verrät. Morgen um 20 Uhr tritt Nathalie Licard mit ihrem Programm „Ich bin gespannt wie gekochtes Gemüse“ in der Tufa auf.

16vor: Ihr Management sagte mir, Sie seien in Urlaub. Wo befinden Sie sich gerade?

Nathalie Licard: Ich bin gerade in Frankreich, bei mir in Dax. Zwischen Bordeaux und Biarritz.

16vor: Leben Sie noch in Köln?

Licard: Jaja, ich bin sonst in Köln.

16vor: Welche Vorstellungen hatten Sie von Deutschland, als Sie vor 14 Jahren hierhin kamen?

Licard: Ich hatte nur Klischees im Kopf. Dass die Deutschen blond sind, diszipliniert und die Küche schlecht ist. Ich war erleichtert festzustellen, dass man doch nicht so schlecht isst in Deutschland. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet.

16vor: Dennoch habe ich gelesen, dass Sie sich noch nicht mit den deutschen Essgewohnheiten hätten anfreunden können?

Licard: Das bedeutet, dass ich nicht deutsch koche. Aber ich esse gerne die traditionelle deutsche Küche. Ich liebe Haxe und richtige Knödel. Aber ich koche nur französisch und esse immer warm.

16vor: Was fehlt Ihnen am meisten, wenn Sie in Deutschland sind?

Licard: Die französischen Supermärkte. In einem deutschen Supermarkt habe ich das Gefühl, dass ich in der Dritten Welt bin. Die Auswahl ist miserabel. Deshalb nehme ich auch immer zu, wenn ich in Frankreich bin.

16vor: Wie geht es bei Ihnen beruflich weiter. Harald Schmidt ist wieder bei Sat.1, werden Sie auch dabei sein?

Licard: Nein, ich bin in Gesprächen mit der ARD für das „Morgenmagazin“. Ich möchte gerne eine Rubrik über Essen machen.

16vor: Ihr Buch und Ihr Bühnenprogramm heißen „Ich bin gespannt wie gekochtes Gemüse“. Worauf bezieht sich das?

Licard: Gemüse an sich hat nicht so viel Haltung. Gekochtes Gemüse noch weniger. Das war das Gefühl, das ich hatte, als ich die Schwierigkeiten sah bei meiner Ankunft in Deutschland. Ich war wie gekochtes Gemüse. Ich dachte mir: „Das werde ich nie schaffen.“ Die deutsche Grammatik beherrsche ich immer noch nicht. Sie beherrscht mich.

16vor: Ich glaube, vielen Deutschen geht es genauso.

Licard: Das sagen Sie nur, weil Sie mich trösten wollen.

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