Bildband mit schwachen Bildern
TRIER. Von Bernhard Simon (Text) und Josef Tietzen (Fotos) ist im nordhessischen „Wartberg Verlag“ ein neuer Bildband über Trier erschienen. Seine größte Schwäche sind ausgerechnet die Fotos.
Obwohl der ehemalige Lokalzeitungsfotograf Josef Tietzen die Bilder eigens für das 72 Seiten umfassende Buch aufgenommen hat, könnten sie auch aus seinem Fundus aus den 80er Jahren stammen. Interessante Perspektiven oder reizvolle Ausschnitte findet man in „Trier. Deutsch/Englisch/Französisch“ kaum. Triers berühmte Bauwerke gibt es meist in der Totale.
Wie Personen auf Bildern dargestellt sind, spielte bei der Auswahl der Fotos offenbar auch keine große Rolle. Sonst hätte man gewiss nicht ein Motiv der Universität gewählt, auf dem eine mutmaßliche Studentin im Vordergrund gerade die Augen geschlossen hat und die Person, die die Blicke einer Gruppe Kommilitonen auf sich zieht, abgeschnitten ist (64).
Nun kann man sich darüber auch amüsieren oder nicht daran stören. Ebenso wie an den nicht nur hausbackenen Bildern, sondern auch an dem wenig ansprechenden Layout. Keine Frage des Geschmacks ist jedoch die Qualität der Fotos beziehungsweise der Reproduktion. Die Nachtaufnahme von St. Paulin rauscht extrem (54), das „Stimmungsbild“ aus Zurlauben ist völlig grobkörnig (56), ebenso wie das Foto der Igeler Säule, das aussieht, wie mit einer Handy-Kamera in einem mms-kompatiblem Format geschossen. Leider gibt es in dem Band einige dieser optisch mangelhaften Bilder. Besonders markant ist dies, wenn auf derselben Seite Fotos mit ähnlichen Motiven zu sehen sind wie beispielsweise von den Steipe-Figuren ohne (scharf) und mit Person (pixelig, 70).
Für die Texte und Bildbeschreibungen zeichnet der Stadtarchivar Bernhard Simon verantwortlich, der im Wartberg Verlag bereits unter anderem die Bände „Ein Rundgang durch das alte Trier“ und „Trier – Bewegte Zeiten/Die 50er Jahre“ veröffentlicht hat. Die Beschreibungen sind wohl vor allem aus Platzgründen sehr knapp und allgemein gehalten, da auf den Seiten auch noch eine englische und eine französische Übersetzung untergebracht werden musste. Historische Details, wenn auch nur stichwortartig, finden sich auf der umfangreichen Zeittafel zu Beginn des Buches.
Der Bildband „Trier“ ist ab sofort für 15,90 Euro in hiesigen Buchhandlungen erhältlich.
