Mehr Musik in der neuen Saison
TRIER. Das Trierer Theater präsentiert in der kommenden Spielzeit eine angesichts des Sparzwangs gelungene Mischung aus einigen Publikumsmagneten, ein paar anspruchsvolleren Stücken, einer deutschen Erst- und einer Uraufführung.
Nach der gerade überstandenen Sparrunde 2012 setzt das Theater stärker auf Kooperationen mit anderen Häusern, um die knappen Ressourcen noch besser zu nutzen. In der Saison 2013/14 werden mit dem Théâtre Municipal aus Esch-sur-Alzette zwei große Produktionen umgesetzt: die Doppelpremiere von Büchners „Leonce und Lena“/“Dantons Tod“ und „Glaube, Liebe, Hoffnung“ von Ödön von Horvath.
Nach dem Erfolg von „La Traviata“ präsentiert das Theater zum Start in die neue Spielzeit mit „Rigoletto“ (Premiere 14. September) eine weitere Verdi-Oper. Zudem werden in der Sparte „Musiktheater“ die beliebte Operette „Die Fledermaus“ (2. November), die Lortzing-Oper „Der Wildschütz“ (15. März 2014) und anlässlich des 300. Geburtstages von Christoph Willibald Gluck dessen Oper „Orfeo ed Euridice“ (24. Mai 2014) gegeben. Besonders gespannt darf man auf die deutsche Erstaufführung von „The Fly“ (18. Januar 2014) sein. Die Oper von Howard Shore basiert auf dem gleichnamigen Horrorfilm von David Cronenberg, zu dem Shore auch die Musik schrieb.
Viel Musik gibt es auch beim Schauspiel zu hören. Das Hippie-Musical „Hair“ (22. Februar 2014) und das von Konstantin Wecker zum Musical umgeschriebene „Dschungelbuch“ (13. November 2013) werden dieser Sparte zugerechnet. Neben dem erwähnten Büchner-Abend (14. Dezember), für den Intendant Gerhard Weber beide Stücke miteinander verflechten wird, und „Glaube, Liebe, Hoffnung“ (3. Mai 2014) werden im Großen Haus auch noch die Komödien „Der nackte Wahnsinn“ und „Das Sparschwein“ (21. Juni 2014) gezeigt. Freunde „klassischer“ Tragödien kommen in der nächsten Saison also nicht unbedingt auf ihre Kosten.
Diese Zielgruppe könnte jedoch Geschmack an Sven Grützmachers Tanzstück „Winterreise“ (12. Oktober) finden, das auf der Musik von Franz Schubert und Hans Zender basiert. Nach Bodo Korsig („Das Narrenschiff“) konnte für die nächste Spielzeit ebenfalls ein interessanter Künstler für die Gestaltung des Bühnenbildes für ein Tanzstück gewonnen werden. Für „Winterreise“ übernimmt dies die Fotokünstlerin Rut Blees Luxemburg.
Inwieweit das Trierer Theaterpublikum noch die Hits von den „Prinzen“ im Ohr hat, wird der Erfolg von „In 80 Mouseclicks um die Welt“ abhängen. Die Leipziger Band, die Anfang bis Mitte der 90er Jahre ihre Blütezeit mit Titeln wie „Millionär“, „Küssen verboten“ oder „Schwein sein“ erlebte, steuerte die Musik zu dem Tanztheaterstück bei, das am 12. April 2014 in Trier zum bundesweit ersten Mal aufgeführt wird.
Ein paar Jahrzehnte älter als die Hits der „Prinzen“ sind die Schlager von Theo Lingen, die es in der Studio-Produktion „Theo Lingen – Komiker aus Versehen“ ab dem 29. September im Theater zu hören gibt. Michael Ophelders übernimmt hier die Hauptrolle. Im Studio sind außerdem unter anderem Moritz Rinkes „Wir lieben und wissen nichts“ und Theresia Walsers „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ zu sehen.
Eröffnet wird die neue Spielzeit wie im vergangenen Jahr mit dem Theaterfest auf dem Kornmarkt. Am 7. und 8. September präsentieren dort Sänger, Schauspieler und Tänzer Klassiker der Theatergeschichte. So werden beispielsweise eine Kurzfassung von der „Zauberflöte“ und eine Trierer „Hamlet“-Version gezeigt.
Kulturdezernent Thomas Egger sprach bei der Spielplan-Vorstellung von einem „ambitionierten und spannenden Programm“. Nach den drastischen Kürzungen 2012 seien im Doppelhaushalt 2013/14, den die Trierer ADD noch genehmigen muss, keine weiteren Sparauflagen vorgesehen.
