Auszeichnung für „TransFair“

TRIER. Der Oswald-von-Nell-Breuning-Preis der Stadt Trier, der seit 2003 alle zwei Jahre vergeben wird, geht 2013 an „TransFair“. Dies teilte Oberbürgermeister und Juryvorsitzender Klaus Jensen heute mit.

Die Entscheidung für den in Köln ansässigen Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt fiel am Montagnachmittag – einstimmig. Dass Trier seit 2010 Fairtrade-Stadt ist, sei nicht der Grund für die Wahl gewesen, sagt Klaus Jensen – obwohl man als solche die Anliegen der Organisation nach Kräften unterstützen wolle. Vielmehr habe man sich für „TransFair e.V.“ entschieden, weil deren Arbeit eine in die Tat umgesetzte Idee sei, die inhaltlich auf den Grundlagen der von dem in Trier geborenen Jesuitenpater (8. März 1890) maßgeblich geprägten Katholischen Soziallehre fuße. „Wir halten ‚TransFair‘ für eine Organisation, die idealerweise die drei Säulen von Nell-Breunings Gedankengut vertritt und im praktischen Handeln umsetzt: Solidarität, Gerechtigkeit und Subsidiarität.“ Lohngerechtigkeit, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und ein fairer Handel, der den Produzenten in den armen Regionen der Welt eine Perspektive eröffne, die schlechten Lebensumstände aus eigener Kraft mit besseren Gesundheits- und Bildungsangeboten zu überwinden sowie die Schöpfung zu bewahren entsprächen in einem hohen Maß den Anliegen, für die sich der Pater Nell-Breuning ein Leben lang eingesetzt habe.

Der mit 10.000 Euro dotierte Oswald-von-Nell-Breuning-Preis der Stadt Trier wird seit 2003 alle zwei Jahre vergeben. Er soll die Verbundenheit der Stadt zu ihrem früheren Ehrenbürger dokumentieren, an dessen Lebenswerk erinnern und gleichzeitig mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung der Weitergabe seines Vermächtnisses dienen. Bisherige Preisträger waren der ehemalige Bundesverfassungsrichter Professor Paul Kirchhof (2003), der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (2005), das Päpstliche Hilfswerk „Cor Unum“, repräsentiert durch seinen damaligen Vorsitzenden Kardinal Paul Josef Cordes (2007), die Brüder Bundesminister a.D. Dr. Hans-Jochen und Ministerpräsident a.D. Professor Bernhard Vogel (2009) sowie zuletzt der Sozialpolitiker und ehemalige Bundesminister Norbert Blüm (2011).

Gemein haben viele der bisherigen Preisträger, dass sie den 1991 verstorbenen Nell-Breuning noch persönlich kannten. Bewusst habe man sich jetzt deshalb nicht für eine Person, sondern für eine Organisation entschieden. Die Jury habe damit ein Zeichen setzen wollen, das Spektrum der Preiswürdigkeit ganz allgemein im Sinne von Pater Nell-Breuning zu erweitern.

In einem Telefonat bedankte sich „TransFair“-Geschäftsführer Dieter Overath bei Jensen für die Auszeichnung, die für alle Mitwirkenden des „TransFair“-Gedankens eine große Anerkennung und Motivation zugleich darstelle.

Die feierliche Preisübergabe ist für den 5. März 2013 in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars geplant, in der der 18-jährige Oswald von Nell-Breuning seine Reifeprüfung abgelegt hat. Die Jury hatte sich dafür ausgesprochen, für die Gestaltung des Festakts verstärkt die Schulen zu integrieren und auch den Trierer Einzelhandel, der fair gehandelte Produkte anbietet, mit einzubeziehen.

Weitere Informationen zu „TransFair“ finden Sie hier.

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