„Ohne Druck Konzept überdenken“

TRIER. Während die FDP-Fraktion die kreative Pause für „Brot & Spiele“ begrüßt, bemängeln die Trierer Sozialdemokraten, dass es nicht geschafft wurde, ein tragfähiges Konzept für das kommende Jahr zu verhandeln.

Die FDP-Fraktion reagiert in einer Pressemitteilung mit Wohlwollen auf die Entscheidung, „Brot & Spiele“ für 2013 auszusetzen. Dies bringe die nötige Zeit, um ohne Druck das Konzept zu überdenken. Eine Neukonzeption müsse aber immer unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Machbarkeit stehen.

„Die Ankündigung von Thomas Egger, ‚Brot & Spiele‘ im kommenden Jahr auszusetzen, ist zu dieser Zeit der richtige Schritt.“ erklärte Tobias Schneider, FDP-Chef und Mitglied des Stadtrates „Eine Neukonzeption ist unumgänglich, um der Finanzlage der Stadt Rechnung zu tragen, aber auch um Klarheit darüber zu gewinnen, auf welchem Weg Trier sein kulturelles Erbe in Zukunft vermarkten soll.“ Schneider fordert, dass das Konzept und die Organisationsstruktur auf den Prüfstand müssten. Der Kostenfaktor sei hierbei entscheidend. „In Zeiten anstehender Schulschließungen und Einsparungen bei Trägern sozialer Einrichtungen sind hohe Defizite für derartige Events nicht mehr vermittelbar.“

Grundsätzlich stehe die FDP-Fraktion der Veranstaltung eines Antiken-Events in Trier weiterhin positiv gegenüber. „Im Sinne der Bereicherung des kulturellen Lebens und um das Image Triers als Römerstadt zu verstärken, ist eine Veranstaltung wie ‚Brot & Spiele‘ auch weiterhin zu begrüßen. Im Vordergrund muss dabei das Marketing, aber auch die Entwicklung einer langfristigen  Perspektive über 2014 hinaus stehen.“ Über Alternativen müsse ernsthaft und möglichst „ohne Tabus“ diskutiert werden. „Ein Zweijahres-Rhythmus kann hier ebenso denkbar sein, wie eine Kombination aus ‚Brot & Spiele‘ und den 2010 aufgegebenen ‚Antikenfestspielen’“, so Schneider.

Die SPD-Stadtratsfraktion kritisiert, dass es nicht geschafft wurde, ein tragfähiges Betriebskonzept für das kommende Jahr zu verhandeln. Die Stadtratsfraktionen hätten die Entscheidung über die Zukunft des „Spektakels“ aus der Presse erfahren müssen, obwohl ein eigens gegründeter Arbeitskreis mit der Gestaltung einer neuen Konzeption betraut sei. In diesem seien noch zuletzt drei unterschiedliche Varianten zur Prüfung vorgeschlagen worden, in dem auch die Kosten- und Risikoabsenkung für die Stadt Trier eine entscheidende Rolle spielte. Das Ergebnis der Spiele von 2012 habe hierbei keine grundsätzliche unterschiedliche Situation ergeben.

„’Brot & Spiele‘ besitzt eine besondere Bedeutung in der Außenvermarktung der Kulturstadt Trier“, so der kulturpolitische Sprecher Markus Nöhl. „Die antiken Bauten wurden mit einem pädagogisch-hochwertigen Rahmenprogramm sowie einer Unterhaltungsvorführung bespielt und wirkten dadurch weit über die Trierer Region hinaus, was die Dokumentation des SWR vom vergangenen Sonntag beweist.“ Durch das vorzeitige Ende von „Brot & Spiele“ und den „Antikenfestspielen fehle nun der Stadt Trier ein wichtiges Element in der Außenvermarktung.

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert daher die Stadtverwaltung auf, zügig ein Alternativkonzept vorzulegen, um die Zukunft von „Brot & Spiele“ ab 2014 zu klären und auch die angekündigte Nachfolgedebatte der „Antikenfestspiele“ zu beginnen. „Zurzeit befindet sich die Kulturpolitik in Trier in einer Negativ-Debatte. Auch angesichts des Konsolidierungsdrucks brauchen wir mutige Impulse in der Kulturlandschaft, um das kulturelle Leben Triers interessant zu halten“, ergänzte Nöhl.

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