Stadtmuseum und 16 VOR starten Wunschführungen

Das Stadtmuseum Simeonstift hat sich auf die Fahnen geschrieben, Zeugnisse der vergangenen Jahrhunderte mit einem Bezug zur Stadt zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Weil der Name 16vor nicht zufällig auch der Geschichte Triers Rechnung trägt, möchten wir dies unterstützen. Darum veranstalten wir gemeinsam mit dem Stadtmuseum die Reihe „16vor-Führung“. Rund 14 Tage vor diesen Wunschführungen können Interessierte auf unserer Seite eine Woche lang über drei Themen abstimmen. Das mit den meisten Stimmen wird dann angeboten. Die erste 16vor-Führung findet am Sonntag, 29. Januar, um 11.30 Uhr statt. Abgestimmt werden kann ab sofort.

Folgende Themen stehen zur Auswahl:

Uhren und Zeit in der Kunst

Die Zeit ist ein Thema, das Menschen seit Jahrhunderten fasziniert. Wie lässt sie sich bestimmen, wie exakt messen? Sonnenuhren, häufig zentral auf öffentlichen Plätzen aufgestellt, sind frühe Zeugnisse der ersten Versuche. Später waren Uhren an Kirchtürmen weithin sichtbar und vermittelten auch akustisch, welches Stündlein gerade schlug. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde es dann modern – und war ein Zeichen von Wohlstand und Ansehen –, seine eigene Uhr zu besitzen. Aufwändig verzierte Pendulen schmückten heimische Schreibtische und Kaminsimse, sogenannte Bilderuhren, Gemälde mit integriertem Uhrwerk, zierten die Wand. Penibel achtete man darauf, dass solch’ prächtige Objekte auch auf Porträts im Hintergrund zu sehen waren. Noch heute beschäftigen sich Künstler mit dem Thema Zeit und Zeitempfinden, integrieren es in Performances oder fragen, wie Zeit sich darstellen lässt.

In der Führung würden ausgewählte Uhren und Gemälde näher vorgestellt werden. Im vergangenen Jahr erhielt das Stadtmuseum eine großzügige Schenkung von 14 überwiegend französischen Kaminuhren, die derzeit im Depot lagern. Anlässlich der Führung würden einige besonders prunkvolle Exemplare eigens herausgeholt werden.

Kino und Film vor 100 Jahren in Trier

Ein Film über eine Autofahrt durch die Porta zum Bahnhof klingt heute nicht so spektakulär. Wenn die Aufnahmen jedoch aus dem Jahr 1904 stammen, als Autos noch nicht zum Alltagsbild gehörten, ist dies ungewöhnlich. Der Trierer Film- und Kino-Pionier Peter Marzen zeichnet für diese bewegenden und bewegten Bilder verantwortlich. Das „Trier-Kino“ im Stadtmuseum verfügt über vier Filme von Marzen, der als Wanderkinobesitzer durch die Lande zog, bevor er 1909 in Trier sein erstes ortsfestes Kino eröffnete und dort allabendlich das Publikum mit einem bunt gemischten Programm aus kurzen Trickfilmen, wilden Eisenbahnfahrten, Ansichten fremder Länder, kleinen Possen und kurzen dramatischen Szenen beglückte.

Die Medienwissenschaftlerin Brigitte Braun würde in der Führung die Filme kommentieren und eine Einführung in die Zeit und das Leben von Marzen geben. Die Beiträge dauern maximal sieben Minuten und stammen aus den Jahren 1902 bis 1919.

Zeitgenössische Fotografie aus Trier

Die dritte Führung hat die Stadt Trier im Fokus, denn auch zeitgenössische Fotoarbeiten findet man im Stadtmuseum Simeonstift. Im Jahr 1999 bat das Museum ausgewählte Fotokünstler, Aufnahmen von Trier zu machen. Das Ergebnis überraschte, denn entstanden sind außergewöhnliche Ansichten, die gerade nicht die typischen Motive wie Porta Nigra, Dom oder Kaiserthermen zeigen. Stattdessen spiegeln die technisch perfekten Arbeiten einen sehr persönlichen und künstlerischen Blick auf Trier wider: menschenleere Straßen bei Nacht, mittelalterliche und moderne Gebäude in der Gegenüberstellung oder eigenwillig herausgegriffene Details, die schon fast in die Abstraktion gehen. Meist muss man zwei Mal hingucken, um das eigentlich bekannte und sehr vertraute Motiv zu erkennen.

In der ständigen Sammlung des Stadtmuseums Simeonstift sind derzeit Fotografien von Rut Blees Luxemburg, Karola Perrot und Byrd Williams ausgestellt. Zusätzlich erwarb das Museum jüngst noch weitere Arbeiten der Triererin Karola Perrot, die bislang noch nicht im Museum zu sehen waren. Anlässlich der Führung würden diese Arbeiten ebenfalls gezeigt. Ein exklusiver Blick auf ungewöhnliche Trier-Ansichten.

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