„Es war mir immer ernst mit der Magie“

Er lässt Frauen schweben, Elefanten verschwinden und Autos oder ganze Fußballmannschaften scheinbar aus dem Nichts erscheinen. Nach seinem letzten Auftritt im April 2008 möchte Hans Klok nun am 3. Dezember wieder das Trierer Publikum verblüffen. In der Arena zeigt der niederländische Zauberkünstler ab 20 Uhr seine Show „Magie der Weihnacht“. Im Gespräch mit 16vor erzählt er, was die Zuschauer darin erwartet, wie er an neue Tricks gelangt und welche Nummer ihn am meisten beeindruckt hat.

16vor: Herr Klok, wie funktioniert der Trick, bei dem Sie mit der Hand durch eine andere Person hindurchgreifen?

Hans Klok: Der funktioniert gut.

16vor: Gibt es Menschen, denen Sie Tricks verraten?

Klok: Nein, warum sollte ich das tun? Es kann natürlich vorkommen, dass etwas schiefgeht und Zuschauer durchschauen, wie etwas funktioniert. Normalerweise passiert das aber nicht.

16vor: Welches ist der größte Trick, den Sie je gesehen haben?

Klok: Der unglaublichste Trick war die „schwebende Glühbirne“ von Harry Blackstone. Blackstone war ein amerikanischer Magier. Er zeigte mir einen Trick, bei dem er eine leuchtende Glühlampe über die Bühne und das Publikum schweben ließ. Das war unvorstellbar. Ich habe danach wochenlang nicht geschlafen.

Weil ich nicht begreifen konnte, wie das funktioniert, habe ich ihm einen Brief geschrieben, woraus vor 20 Jahren eine Brieffreundschaft entstand. Manchmal habe ich ihn gefragt, wie der Trick gehe. Er hat geantwortet, dass ich die Lösung bekäme, wenn er nicht mehr lebe. Und das ist passiert. Leider lebt er nicht mehr, aber seine Familie hat mich in seine Geheimnisse eingeweiht. Damit bin ich der einzige Magier, der diesen Trick vorführen darf. In der Weihnachtsshow wird er auch zu sehen sein.

16vor: Da Sie gerade die Beziehung zu Blackstone erwähnt haben: Pflegen Sie auch Kontakt zu anderen Illusionisten?

Klok: Es kommt vor. Aber eher mit der alten Generation. Ich rufe die an und frage, ob ich Tricks, die sie vor 40 Jahren zeigten, übernehmen und die Geheimnisse kaufen könne.

16vor: Zaubern Sie auch in Ihrer Freizeit?

Klok: Nein, privat zaubere ich nicht.

16vor: Was machen Sie dann, wenn Sie in der Öffentlichkeit, am Flughafen oder im Restaurant, um einen Trick gebeten werden?

Klok: Am Anfang passierte das manchmal, aber heute kaum noch. Das finde ich auch gut so. Wenn man Tina Turner sieht, fragt man sie ja auch nicht: „Can you sing ‚Private Dancer‘ for me?“. Wenn Kinder mal fragen, zeige ich ihnen einen kleinen Kartentrick oder etwas mit Geld.

16vor: Ist Ihnen schon einmal eine größere Panne passiert?

Klok: Ja, aber das erzähle ich nicht (lacht und macht eine kurze Pause). In Berlin sollte ich einen Elefanten verschwinden lassen. Es hatte bis dahin an jedem Abend geklappt. An dem besagten Abend wollte der Elefant aber nicht. Es war die letzte Nummer vor der Pause und er war immer noch auf der Bühne. Nach der Pause habe ich mit dem Elefanten weitergemacht und dann hat es funktioniert.

16vor: Sie haben schon früh mit dem Zaubern angefangen, als Sie mit zehn Jahren einen Zauberkasten geschenkt bekamen…

Klok: Stimmt. Den Zauberkasten habe ich an Weihnachten von meinen Großeltern bekommen. Ich hatte mir auch einen gewünscht. Ich habe vor dem Spiegel geübt und mit kleinen Auftritten vor Freunden auf Kindergeburtstagen begonnen. Das war der Anfang. Ich wollte immer Illusionist werden. Einer, der große Tricks beherrscht wie Verschwinden und Fliegen. Das ist passiert.

In der Weihnachtsshow gehe ich ein bisschen zurück zu den Wurzeln. Es gibt nicht nur die Riesensachen, sondern auch kleine Tricks. Ich erzähle auch über die Geschichte der Magie, was sehr interessant ist.

16vor: Welches ist Ihre Lieblingsnummer im neuen Programm? Die mit der Glühbirne?

Klok: Die Glühbirne ist eine meiner Lieblingsnummern. Aber ich beschäftige mich schon so viele Jahre mit Magie, sodass alle Highlights für mich sind. Es gibt keine schlechte Nummer. Ich zeige auch Klassiker, aber immer verbessert. Die Show ist nicht nur Magie, sondern auch Theater. Die Abwechslung ist größer. Neben Illusionen zeige ich auch kleine Nummern mit Hypnose und in denen ich Gedanken lese.

16vor: Sie sagten, dass Sie schon immer Illusionist werden wollten? Es hat also nie eine Alternative zu diesem Beruf gegeben?

Klok: Nein, eigentlich nicht. Es war mir immer ernst damit und meine Eltern haben mich gut unterstützt.

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