Tunika kommt in Zedernschrein

TRIER. Der Künstler Jan Leven hat den Gestaltungswettbewerb zur Präsentation des Heiligen Rocks gewonnen. Nach seinem Entwurf wird die Reliquie im nächsten Jahr bei der Wallfahrt gezeigt.

Bei der letzten öffentlichen Präsentation im Jahr 1996 wurde der Heilige Rock erstmals liegend in einem Schrein und vor dem Hauptaltar ausgestellt. „Diese Art der Zeigung ist nicht allein der materiallen Verfasstheit der Reliquie geschuldet, die nicht mehr hängend gezeigt werden kann“, erklärte Domprobst Prälat Werner Rössel gestern bei der Vorstellung des Entwurfes für die Präsentation während der Heilig-Rock-Wallfahrt vom 13. April bis zum 13. Mai 2012. „Dahinter steckt auch eine theologische Aussage: Liegend erinnert die Reliquie an das Kreuz, an dem der Herr starb und unter dem die Soldaten um den Leibrock gelost haben.“

Sieben Künstler und Künstlerpaare waren beauftragt worden, Entwürfe für die Präsentation zu erstellen. Kriterien waren unter anderem, dass die Tunika liegend und in einer geschlossen, klimatisierten Vitrine aufbewahrt werden muss, die von ihrer Höhe auch Kindern und Rollstuhlfahrern einen mühelosen Blick und gleichzeitig allen Pilgern eine angenehme haptische Wahrnehmung ermöglichen soll. Der Ort des Schreins soll im Dom leicht erkennbar sein und ein beidseitiges Vorbeiziehen der Pilger erlauben.

Diese Anforderungen erfüllte nach Meinung der Wettbewerbsjury der Künstler Jan Leven am besten. „Formal besteht der Entwurf des Schreins aus zwei Elementen“, erklärt der Eifeler seine Umsetzung. „Ein Korpus, welcher sich vom Boden aus sanft ansteigend erhebt und zum Ende hin absinkt. Die Gestaltung entspricht einer organisch gewachsenen Form, die an eine Samenkapsel oder einen Fruchtkern erinnert.“ Der Korpus wird aus einer Zeder aus dem Domkreuzgang gefertigt, die im vergangenen Jahr nach einem Sturmschaden gefällt werden musste. Rössel verweist auf die Erwähnungen des Baumes in der Bibel. So wurden beim Bau des ersten Tempels in Jerusalem Libanonzedern verwendet.

Im Korpus befindet sich eine ovale Aussparung für eine Vitrine, in der die Tunika unter Sicherheitsglas liegen soll. Ein Objekt über dem gesamten Schrein soll den Ort kennzeichnen, an dem der Heilige Rock gezeigt wird. Bis Ende des Jahres soll der Schrein, den Leven gemeinsam mit der Domschreinerei herstellt, fertig sein.

Vorher, im Herbst, werden alle sieben Arbeiten der Teilnehmer in einer Ausstellung gezeigt. Der Ort ist noch unklar.

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