Kurzfilmfestival abzugeben
So es nicht regnet, findet am Donnerstag im Innenhof des Kurfürstlichen Palais‘ zum zehnten Mal das Kurzfilmfestival „40UferFilme“ statt. Zweieinhalb Stunden lang werden ausgewählte Musikvideos und Real-, Animations- und Experimentalfilme unter freiem Himmel gezeigt. Vielleicht zum letzten Mal unter dem aktuellen Organisationsteam, das die Veranstaltung gerne abgeben würde. Am liebsten an die Universität oder die Fachhochschule. Dorthin, wo alles begann.
TRIER. Der Name ist etwas irreführend. An „40UferFilme“ stimmt nur der letzte Teil. In der Regel bekommen die Zuschauer um die 20 Kurzfilme und Musikclips gezeigt, und das Festival findet auch nicht an einem Gewässer, sondern im Innenhof des Kurfürstlichen Palais‘ statt. Das ursprüngliche Vorhaben, Filme an der Mosel zu zeigen, wurde damals von der Stadt nicht bewilligt. Mit der Alternative hat sich das kleine Veranstaltungsteam aber längst arrangiert. „Wir sind glücklich mit dem Innenhof“, sagt Ralf Kotschka, einer der Mitbegründer und Mitorganisatoren des Festivals.
In dem herrlichen Hof herrscht bei „40UferFilme“ eine gänzlich andere Atmosphäre als bei Konzerten des „Mosel Musikfestivals“, die sonst dort stattfinden. Es gibt keine Stühle und auch keine verschiedenen Weine im Angebot. Die Besucher sitzen direkt auf der Wiese und können sich ihre Getränke, so diese sich nicht in einem Glasbehälter befinden, selbst mitbringen. Die „Bitburger“ spendiert jedes Jahr ein paar Kisten Bier, die Medienstelle des Bistums stellt den Beamer zur Verfügung und Thorsten Müller vom TM-Eventservice hilft mit der Audiotechnik aus. Projiziert werden die Filme auf eine vier mal drei Meter große Leinwand aus dem ehemaligen „Gloria“-Kino.
Aus etwa 150 Beiträgen wählen die Veranstalter 20 für den Abend aus. „Es sollen Filme sein, die die Leute noch nicht massenhaft im Netz gesehen haben“, so Kotschka. Die meisten sind „Studentenfilme“ – stammen also von jungen Filmemachern und sind auch für ein junges Publikum gedacht. Zu sehen gibt es vier bis fünf Musikvideos, dazwischen drei ganz unterschiedliche Kurzfilme von Animationen bis zu experimentellen Werken. „Problemfilme“ werden nicht gezeigt. „Von der inhaltlichen Stimmung müssen sie passen“, betont der selbständige Medienmacher. „Die Mischung macht’s.“ Die meiste Zeit werde in die Zusammenstellung des zweieinhalbstündigen Programms gesteckt.
Kotschka startete „40UferFilme“ 2001 mit einigen Kommilitonen. Heute sind er und seine Mitstreiter berufstätig. Aus Zeitgründen möchte man das Festival deshalb gerne abgeben. Am liebsten dorthin, wo alles begonnen hat. „Es wäre schön, wenn wir es an die Uni oder die FH abgeben könnten.“ Als Semesterprojekt könnten Kommunikationsdesigner einen Trailer produzieren, Betriebswissenschaftler die Vermarktung übernehmen und Medienwissenschaftler die Filme aussuchen. Bisher hat sich Kotschka schriftlich aber lediglich an Dozenten der BWL gewandt. Einer habe abgelehnt, der Rest nicht reagiert.
Wichtig ist den Organisatoren, dass sich im Falle einer Überantwortung nichts an dem Flair des Festivals ändert. „Wir möchten nicht, dass es kommerzialisiert wird.“ Man habe schon Unternehmen, die die Veranstaltung unterstützen und dafür Werbebanner aufhängen wollten, eine Absage erteilt. Wie haben es die Kollegen von hunderttausend.de in ihrer Ankündigung für den bevorstehenden Filmabend so treffend beschrieben: „4oUferFilme ist ein Off-Festival geblieben: werbefrei, witzig, chaotisch und bunt, ungeeignet für High-Definition-Freaks oder Komfort-Enthusiasten.“
Einlass am Donnerstag ist um 21 Uhr, die Filme starten gegen 22 Uhr. Bei Regen wird die Veranstaltung um eine Woche auf den 14. Juli verschoben.
