„Eintracht Trier hat ein gutes Jahr erlebt“
Nach dem 3:2-Erfolg beim Spitzenreiter Sportfreunde Lotte am Samstag kam Regionalligist Eintracht Trier am Mittwochabend beim nächsten Ausflug in den Fußball-Westen gegen den SC Wiedenbrück nicht über ein 0:0 hinaus. „Natürlich hatten wir gehofft, uns den zweiten Tabellenplatz mit einem weiteren Dreier versüßen zu können“, räumte Roland Seitz ein. „Aber wir wussten auch, wie schwer diese Wiedenbrücker zu spielen sind“, erklärte sich der Trainer „mit dem Unentschieden zufrieden“.
RHEDA-WIEDENBRÜCK. Dem Spielverlauf nach mussten die Gäste auch mit der Punkteteilung zufrieden sein. Nachdem Ahmet Kulabas (5.) die schnelle Führung verpasst hatte, als er vergebens einem Ball nachsetzte, den Wiedenbrücks Torwart Marcel Hölscher abprallen ließ, besaßen die sicher kombinierenden Gastgeber Feldvorteile und die besseren Chancen. Der als Anspielstation von den Trierer Innenverteidigern Torge Hollmann und Denny Herzig nie ganz kontrollierte Dominik Jansen jagte die erste Wiedenbrücker Chance über das Tor. Anschließend entschärfte Andre Poggenborg Schüsse von Robert Mainka (12.) und Marwin Studtrucker (17.). Die nächste Gelegenheit setzte der mit einem Wechsel zum 1. FC Köln in der Winterpause liebäugelnde Aias Aosman ans Außennetz (32.).
„Mit unserem flachen 4:4:2 haben wir die Wiedenbrücker aber im Verlaufe der ersten Halbzeit in den Griff bekommen“, erklärte Seitz, warum seine Elf keine klaren Chancen mehr zuließ. Doch während sich die Eintracht in der Defensive steigerte, blieb sie im Spiel nach vorn viel schuldig. Ein Grund dafür: Nach den Ballgewinnen, für die vor allem die lauf- und zweikampfstarken „Sechser“ Gouiffe à Goufan und Karikari sorgten, wurde nur langsam nachgerückt. Weil auch die Außen, Fahrudin Kuduzovic und Chhunly Pagenburg, nichts riskierten, mussten Thomas Kraus und Ahmet Kulabas in der Spitze blass bleiben. Bezeichnenderweise resultierte die größte Trierer Chance aus einer Rückgabe des Wiedenbrückers Matthias Tietz (40.).
Nach dem Seitenwechsel griffen die Gäste früher an und verschoben das Spielgeschehen in die Wiedenbrücker Hälfte. Das eigene Tor war so geschützt, aber das andere kam auch nur noch zweimal in Gefahr, weil sich die Gäste wenig zutrauten und im Aufbau viele Fehler machten. In der 54. Minute scheiterte Thomas Drescher mit einem fulminanten 20-Meter-Freistoß an Hölscher. In der 79. Minute war Kraus nach Vorarbeit von Kulabas dann im Abschluss nicht entschlossen genug. „Vielleicht hat uns im letzten Spiel des Jahres auch ein wenig die Kraft gefehlt“, versuchte der Stürmer die fehlende Durchschlagskraft der Eintracht zu erklären. „Aber dieses Spiel hatte auch keinen Sieger verdient. Wir können mit dem Punkt zufrieden sein und leben.“
Roland Seitz fand eine andere Erklärung, warum der Titelaspirant die Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte: „Wir haben den letzten Pass nicht gut gespielt und wer das nicht tut, der kann auch keine Tore schießen.“ Trotzdem ging der Trainer nicht mit seinen Spielern ins Gericht. „Wir haben jetzt 37 Punkte, Eintracht Trier hat ein gutes Jahr erlebt.“
Uwe Kramme
SC Wiedenbrück: Hölscher – Boachie, Halstenberg, Leeneman, Rogowski – Aosman (80. Bulut), Tietz (80. Kickermann) – Studtrucker (87. Krause), Mainka, Dayangan – Jansen.
Eintracht Trier: Poggenborg – Cozza, Hollmann, Herzig, Drescher – Kuduzovic (85. Zittlau), Gouiffe à Gouffan, Karikari, Pagenburg (80. Pollock) – Kraus, Kulabas.
Zuschauer: 320
Schiedsrichter: Lars Heitmann (Diepholz), leitete die weitgehend fair geführte Partie unaufgeregt und sicher.
von 16vor
