Rückstand zweimal wettgemacht

Eintracht Trier Eschborn Regionalliga SüdwestDie gute Auswärtsbilanz von Eintracht Trier bleibt bestehen, auch wenn es am Samstagnachmittag gegen den 1. FC Eschborn nur zu einem Punkt reichte. Das Endergebnis vor rund 400 Zuschauern auf der Heinrich-Graf-Sportanlage lautete 2:2. Zweimal gingen die Gastgeber in Führung, zweimal kam der SVE zurück. „Es war nicht einfach. Wir sind heute auf eine heimstarke Mannschaft getroffen“, sagte SVE-Cheftrainer Roland Seitz in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Eschborn sammelte 13 seiner 17 Zähler im eigenen Stadion.

ESCHBORN. Für Thomas Drescher war der 18. Spieltag der Regionalliga Südwest ein besonderer Tag. Mit seinem 1. FC Eschborn traf der 33-Jährige auf seinen Ex-Verein. Für die Moselstädter spielte der gebürtige Bad Nauheimer die vergangenen beiden Spielzeiten. Nach dem Spiel konnte er sich über einen gewonnen Punkt freuen, auch wenn er eine gute Chance liegen ließ.

Früh wollte Eintracht Trier für klare Verhältnisse auf dem Platz sorgen. Die Elf von der Mosel führt die Auswärtstabelle an und ging als Favorit in die Partie gegen den Tabellensechzehnten. Bereits in der ersten Minute tauchte Alon Abelski seitlich vor dem Kasten von Tobias Stehling auf. Dieser Winkel war aber zu spitz, um daraus einen Torerfolg zu erzwingen. Nach dieser Schrecksekunde für die Gastgeber zogen sie sich erstmal zurück – standen auf dem kleinen und engen Platz tief, überließen dem Tabellenvierten von der Mosel weite Teile des Platzes. Doch bevor Trier daraus Kapital schlagen konnte, sorgte Drescher für Wirbel vor dem SVE-Tor. Der Linksverteidiger zeigte sich in der achten Minute vor Keeper Steven Loboué, zog aus 13 Metern ab, verfehlte aber das Tor der Blau-Schwarz-Weißen.

Ein Signal an seine Ex-Kollegen. Anschließend nutzte das Seitz-Team die gebotenen Räume besser: In der zehnten Minute war es ein Konter über Abelski und Steven Lewerenz. Allerdings kam der Zehner in der Mitte nicht mehr an den Ball. In der 15. Minute verpasste Torge Hollmann, der als Sechser spielte, einen Abelski-Freistoß mit dem Kopf. Schade für ihn, denn der Routinier war fast alleine in der Mitte des Strafraums aufgetaucht.

Trier schien jetzt am Drücker, aber Eschborn verfolgte eine Überrumpelungstaktik: Loboué unterschätzte einen Freistoß aus rund 30 Metern, den Velibor Velemir abschickte, und der Ball wurde lang, länger und senkte sich über den SVE-Keeper in den Winkel – Führung für die Gastgeber (22.). Doch die Mannschaft um Kapitän Fouad Brighache wusste sich zu wehren. Keine Minute später wurde Fahrudin Kuduzovic von Chhunly Pagenburg in Szene gesetzt und der Bosnier markierte in der 23. Minute den Ausgleich. „In der ersten Hälfte lagen die Vorteile bei Eschborn“, resümierte Seitz und sprach von Glück für sein Team. Er dachte dabei wohl an die Szene kurz vor der Pause. Da hatte Pascal Hertlein in der 40. Minute die neuerliche Führung auf dem Fuß, verzog aber vor dem leeren Tor. Zuvor hatte sich Torschütze Velemir seinen Weg durch die löchrige SVE-Abwehr gebahnt und clever quergespielt.

In der Halbzeit blieb Hollmann in der Kabine. Für ihn kam Baldo di Gregorio im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. „Wir waren in der Mitte nicht kompakt genug. Immer wieder sind die Mittelfeldspieler auf die Viererkette zugelaufen“, erklärte Seitz seinen Schachzug zur Pause.

Doch der war schneller Makulatur, als es dem Oberpfälzer recht sein konnte. Blieb Eschborn die Führung noch kurz vor der Pause verwehrt, machte es die Elf von Sandro Schwarz nach dem Wiederanpfiff durch Schiedsrichterin Christine Baitinger besser. Wieder war Hertlein beteiligt: In der 56. Minute legte er Denis Taljin zur 2:1-Führung auf. Aber wieder kam der SVE zurück, reagierte in der 59. auf den Rückstand. Diesmal war es Pagenburg, der mit seinem 15 Treffer die Führung erneut egalisierte.

„In der zweiten Hälfte war es ein offener Schlagabtausch“, sagte Heimtrainer Schwarz in seiner Spielanalyse. In der 64. Minute nahm Steven Lewerenz einen Ball volley, die Abnahme wurde zur Ecke geklärt. Anschließend sah Schwarz einen Konter seiner Jungs. Der eingewechselte Salvatore Bari und Ulrich Strenkert arbeiteten sich per Doppelpass vor das SVE-Tor, der letzte Pass fand aber keinen Abnehmer (71.). Vier Minuten später konterte wieder Bari, bediente Zahid Findik, dessen Schuss die Latte touchierte (75.).

„Wir hatten eine Viertelstunde, in der wir das dritte Tor hätten machen können“, resümierte Seitz die Szenen nach der 75. Minute. Dazu gehörte gewiss Pagenburgs Schuss, der ebenfalls nur die Latte traf (76.). Anschließend entschärften die Hessen einen geschlenzten Ball von Abelski. So blieb es bei der Punkteteilung, die aus Sicht beider Trainer verdient war. „Eschborn hatte in der ersten Hälfte Vorteile, gegen Ende haben wir unsere Chancen nicht genutzt“, sagte Seitz und freute über den nächsten Punktgewinn auf fremdem Platz.

Doch es mischten sich auch einige Wermutstropfen in die Freude. Denn mit Steven Lewerenz und Steven Kröner kassierten zwei Stammspieler ihre fünfte Gelbe Karte und sind somit für das nächste Heimspiel gegen Pfullendorf gesperrt. „Ich bin mir sicher, dass die Jungs, die für sie auflaufen, ihr Bestes geben werden“, sagte der 48-Jährige im Hinblick auf die kommende Aufgabe im Moselstadion.

Eintracht Trier: Loboué – Brighache, Kröner, Konrad, Zittlau – Watzka, Hollmann (di Gregorio 46.) Lewerenz, Abelski, Kuduzovic (Lubasa 83.) – Pagenburg

1.FC Eschborn: Stehling – Strenkert, Talijan, Hertlein, Gschwender – Hilser, Velemir – Drescher, Nguyen (Leopold 84.), – Findik, Oezer (Bari 68.)

Schiedsrichter: Christine Baitinger

Tore: 1:0 Velemir (22.), 1:1 Kuduzovic (23.), 2:1 Talijan (56.), 2:2 Pagenburg (59.).

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