Verhüllung im Trierer Dom
TRIER. Nach 31 Tagen ist am Sonntagabend die erste Heilig-Rock-Wallfahrt in diesem Jahrtausend zu Ende gegangen. Um 20.20 Uhr verhüllten Dompropst Werner Rössel und Wallfahrtsleiter Georg Bätzing den Schrein, in dem die Reliquie ausgestellt war.
Laut Bistum kamen in den vergangenen vier Wochen insgesamt rund 550.000 Menschen in den Dom, um einen Blick auf das Gewand zu werfen. Wann die nächste Wallfahrt stattfinden wird, steht noch nicht fest. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Reliquie in den nächsten beiden Jahrzehnten nicht zu sehen ist.
Vor der Verhüllung hatte Bischof Stephan Ackermann mit Tausenden Gläubigen die Abschlussvesper der Wallfahrt gefeiert. In seiner Predigt sagte der Bischof, dass nun eine vierwöchige Festzeit zu Ende gehe. Er dankte den vielen Tausenden, die an der Gestaltung des Festes mitgewirkt hätten. Die Tunika Christi habe die Pilgerinnen und Pilger „an den Anfang unseres Glaubens zurückgeführt, an den Ursprung, den wir nie hinter uns lassen, der nie bloß Geschichte wird: Jesus Christus. Aus diesem Ursprung leben wir, aus ihm entspringt immer wieder neu die Kirche.“ Ackermann weiter: „Die Botschaft Jesu ist keine weltfremde Lehre, sondern Wort, das in mein Leben trifft und das neue Lebenshorizonte auftut.“ Zugleich hätten die Pilger erfahren, dass sie mit ihrem Glauben nicht alleine stünden, sondern sich in großer Gemeinschaft befänden.
Ackermann appellierte an die Gläubigen, nicht am nächsten Tag einfach zur Tagesordnung zurückzukehren: „Dafür war die Zeit der Wallfahrt zu kostbar. Wenn wir die Erfahrung der Wallfahrt über ihr Ende hinaus teilen, dann wird die Freude, die wir erleben durften, nicht verblassen, sondern weiterwirken und -wachsen.“
Am Montagabend findet das große Fest für die mehr als 2.300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer statt, die während der Heilig-Rock-Wallfahrt im Einsatz waren. Ebenfalls morgen beginnen auch die Abbau-Arbeiten im und um den Dom sowie in der Stadt Trier. Der Dom ist an diesem Tag geschlossen. Ab dem 15. Mai sind der Dom und der Kreuzgang dann wieder täglich von 6.30 bis 18 Uhr geöffnet. Auch die Domschatzkammer kann wieder besucht werden. Die täglichen Domführungen um 14 Uhr beginnen wieder am Donnerstag, 17. Mai. Am Freitag wird der „Schaff-Rock“, der während der Wallfahrt vor der Konstantin-Basilika gestanden und auf die Probleme von Langzeitarbeitslosen aufmerksam gemacht hat, zum Robert-Schuman-Haus gebracht werden, wo er dauerhaft aufgestellt wird.
Weitere Informationen zur Wallfahrt: Enthüllung im Trierer Dom, Mit dem stählernen Rock übers Wasser gepilgert, Wallfahrt auf der Zielgeraden sowie die Beiträge des Trierer Stadtschreibers und 16vor-Kolumnisten Frank Meyer.
von Marcus Stölb
