Winzer hoffen wieder
TRIER. Weingüter und Weinkellerein in der Region Trier blicken zuversichtlich in Zukunft. Das ergab eine Konjunkturumfrage der IHK Trier im Bereich der Weinwirtschaft.
Dieses Stimmungsbild sei besonders dem guten Ernteergebnis des Jahres 2011 zu verdanken, denn Qualität und Menge passten hervorragend in den Weinmarkt, so die Industrie- und Handelskammer. „Die Voraussetzungen sind gegeben, dass die in den Vorjahren aufgrund kleiner Ernten verloren gegangenen Marktanteile zurückzugewinnen sind“, bewertet Albrecht Ehses, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, die Situation. Aufgrund der Angebotsverknappung seien deutsche Weine vor allem im Lebensmittelhandel im In- und Ausland teilweise durch Weine ausländischer Erzeuger substituiert worden. Die Regalplätze wieder zurückzuerobern, dies sei vor allem in preisaggressiven Märkten wie Großbritannien, den Niederlanden oder Russland herausfordernd, und auch im Inland müsse Überzeugungsarbeit geleistet werden, um Riesling, Dornfelder und Co. wieder umfangreicher im Handel zu platzieren.
Die befragten Weingüter weisen bezüglich der Absatzschwankungen eine geringere Betroffenheit auf, denn sie haben ihren Flaschenweinverkauf im Fachhandel halten und in der Gastronomie und an Endverbraucher sogar steigern können. Lediglich der Export schwächelte bei dieser Vermarktergruppe im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der knappen Angebotsmengen bei gleichzeitig gestiegenen Preisen. Über alle Vermarktergruppen hinweg sind die Durchschnittspreise von 3,14 auf 3,30 Euro/Liter geklettert. Dabei haben die Qualitätsweine der Mosel im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf unter 30 Millionen Liter im Exportvolumen verloren. Dieser Rückgang wurde teilweise von rheinhessischen Weinen ausgeglichen, die im Export um 8 Prozent auf 44 Millionen Liter zulegten, bei einem Durchschnittspreis von 2,00 Euro/Liter.
Schwer einschätzbar bleibt nach Meinung der IHK Trier die Nachfrage- und Preisentwicklung am Fassweinmarkt. Da zur Ernte 2011 die Lagerbestände sehr niedrig waren, wurde frühzeitig bei den Winzern eingekauft. „Das Herbstgeschäft ist im letzten Jahr gut gelaufen und es sind viele Trauben und Moste übernommen worden, sodass der Bedarf bei den Kellereien zunächst gedeckt ist“, so Ehses. Eine neue Dynamik dürfte sich aber entwickeln, sobald die Bestände in den Lagern des Handels aufgebraucht sind und der Abverkauf mit dem Frühjahr an Fahrt gewinnt.
von 16vor
