Erneut weniger Alkoholunfälle

REGION. Das Polizeipräsidium Trier hat die Unfallstatistik für 2011 veröffentlicht. Danach ist Zahl der Verkehrstoten gesunken, es gab aber mehr Unfälle mit Schwer- und Leichtverletzten.

Bei 2.376 Verkehrsunfällen von insgesamt 21.056 (plus 0,3 Prozent) im Bereich des Polizeipräsidiums Trier wurden Menschen verletzt. Im vergangenen Jahr waren es 2.185 Verkehrsunfälle dieser Art. Damit stieg deren Anzahl um 8,7 Prozent. Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre ist somit gebrochen.

Auch stieg die Anzahl der verletzten Verkehrsteilnehmer. 751 Menschen erlitten schwere Verletzungen (2010: 673) und 2.395 Personen wurden leicht verletzt (2010: 2.271). Nachdem die Zahl der Getöteten 2010 gewachsen war, kamen 2011 weniger Menschen bei Unfällen ums Leben. 44 Personen starben im Straßenverkehr (2010: 50).

Die häufigste Unfallursache lässt sich zusammenfassen unter „Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren sowie beim Ein- oder Ausfahren“. Insgesamt waren 4.565 Unfälle (2010: 4.429) darauf zurückzuführen. Wegen falschen Sicherheitsabstandes krachte es 3.639 Mal (2010: 3.489). An dritter Stelle folgt mit 2.186 Fällen (2010: 2.687) erhöhte oder unangemessene Geschwindigkeit, gefolgt von 1.099 Vorfahrts- und Vorrangunfällen (2010: 1.100) sowie 1.085 Verkehrsunfällen (2010: 1.022), bei denen fehlerhafte Straßenbenutzung wie beispielsweise Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot unfallursächlich waren.

An 4.278 Verkehrsunfällen waren junge Fahrer beteiligt. Dies sind rund 20 Prozent aller Verkehrsunfälle, die 2011 im Präsidialbereich aufgenommen wurden. Bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden liegt dieser Wert sogar bei 33 Prozent (796 VU). Junge Fahrer, die einen Bevölkerungsanteil von rund acht Prozent ausmachen, sind damit auch weiterhin überproportional häufig an Verkehrsunfällen beteiligt.

Insgesamt ist die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Fahrer zwar um 422 oder 8,7 Prozent zurückgegangen. Allerdings mussten 13 junge Menschen auf den Straßen der Region ihr Leben lassen. Die höchste Zahl im Fünfjahresvergleich. 164 Junge Fahrer wurden schwer und 539 leicht verletzt.

Der Rückgang der Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss aus den vergangenen Jahren hat sich im langjährigen Vergleich auch 2011 weiter fortgesetzt. Mit 383 (2010: 451) so genannten Alkoholunfällen wurden 68 Unfälle weniger gezählt als im Vorjahr. Im langjährigen Vergleich hat sich die Zahl der Alkoholunfälle seit 2007 um 25 Prozent deutlich verringert. Gemessen am Gesamtunfallgeschehen machen Alkoholunfälle 1,8 Prozent aus. Bei Unfällen mit Personenschaden liegt der Anteil alkoholbedingter Verkehrsunfälle allerdings mit sieben Prozent viermal höher.

Nachdem in 2010 die Anzahl der Personenschäden bei Alkoholunfällen erstmals seit drei Jahren wieder gestiegen war, ist die Zahl der Verletzten und Getöteten 2011 auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Insgesamt starben zwei Menschen bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss, 60 wurden schwer und 135 leicht verletzt.

114 der 383 Alkoholunfälle wurden von einem jungen Fahrer verursacht. Dabei kamen 58 Menschen zu Schaden, wovon zwei Menschen starben. Um Alkoholunfällen und ihren dramatischen Folgen zu begegnen, hat das Polizeipräsidium Trier im April 2009 die Verkehrssicherheitskampagne „BOB – Nüchtern ist cool!“ gestartet. Mit dieser Aktion richtet sich die Polizei vornehmlich an junge Fahrerinnen und Fahrer. Über 200 Gaststätten beteiligen sich mittlerweile an der Aktion. Infos zur Kampagne gibt es unter www.bob-trier.de.

Erfreulich ist der Rückgang der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss um 17 Fälle auf 23 Verkehrsunfälle. Damit ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Einwirkung illegaler Drogen seit fünf Jahren auf dem niedrigsten Stand. Seit 2007 ist ein Rückgang um 46 Prozent zu verzeichnen.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen Kinder beteiligt waren, ist im Vergleich zu 2010 leicht um acht auf 184 gestiegen. Dennoch sind Unfälle mit Kinderbeteiligung in der Betrachtung der vergangenen fünf Jahre deutlich von 252 (2007) auf 184 (2011) gesunken.

Ebenso ist die Anzahl der verletzten Kinder im Vergleich zu 2010 um vier auf 190 gesunken. Ein Kind kam dabei ums Leben, 189 Kinder wurden verletzt.
86 Kinder kamen als Fußgänger oder Fahrradfahrer zu Schaden, 99 Kinder wurden als Mitfahrer in PKW verletzt.

343 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Motorradfahrern nahmen die Beamten des Polizeipräsidiums Trier 2011 auf. Damit stieg die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um 58. Auch die Zahl der dabei verunglückten Motorradfahrer erhöhte sich um 41 auf 356. Zwölf Menschen verloren dabei ihr Leben, 343 wurden verletzt.

Hauptursache für die insgesamt höhere Anzahl von Personenschäden dürfte die witterungsbedingt lange Biker-Saison des vergangenen Jahres gewesen sein. Das Polizeipräsidium Trier reagiert auf die gestiegenen Unfallzahlen und wird in diesem Jahr die internationale Unfallbekämpfungskonzeption „Motorradfahren in der Eifel – aber sicher“ starten. Hierbei erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den Polizeien aus Luxemburg, Belgien, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen.

Jeder vierte Verkehrsunfall ist ein Wildunfall. 5.572 solcher Zusammenstöße mit Wildschweinen, Rehen oder anderen Wildtieren wurden im Jahr 2011 registriert, was einen Anstieg um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Bei 51 Wildunfällen wurden Menschen verletzt, 2010 waren bei 44 Wildunfällen Personenschäden zu verzeichnen. Gemessen am Gesamtunfallgeschehen machen die Wildunfälle 26,2 Prozent aller Verkehrsunfälle aus.

Orientiert an den Hauptunfallursachen und den Risikogruppen führten die Polizeibeamtinnen und -beamten im vergangenen Jahr zahlreiche Verkehrskontrollen durch. Im Präsidialbereich Trier wurden insgesamt 3.183 Strafanzeigen und 24.680 Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet. Darüber hinaus sprachen die Beamten 76.891 Verwarnungen aus. Es wurden insgesamt 1.745 Blut- und Atemalkoholproben zur Feststellung der Fahrtüchtigkeit angeordnet. In 639 Fällen konnte eine Trunkenheitsfahrt noch vor Fahrtbeginn verhindert werden. 11.049 Mal stellten die Polizeibeamten Fahrzeugmängel fest und verfassten Mängelberichte. Schwerpunkt der Verkehrskontrollen waren die B 51 und das Stadtgebiet von Trier.

„Trotz einiger positiver Entwicklungen kann diese Verkehrsunfallbilanz nicht zufriedenstellend sein“, sagt Polizeipräsident Lothar Schömann. „Wir werden unsere präventiven Anstrengungen weiter verstärken. Zusätzlich zu den bisherigen Präventionsaktionen werden wir ganz aktuell im März mit der internationalen Verkehrspräventionsaktion ‚Motorrad fahren in der Eifel – aber sicher‘ starten, bei der unser besonderes Augenmerk der Sicherheit der Motorradfahrer gilt.“

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