Stahlwerk produziert wieder

TRIER. Das insolvente Trierer Stahlwerk hat am Donnerstag seinen vorübergehend eingestellten Betrieb wieder aufgenommen. Unterdessen präsentierte die Creditreform Trier Zahlen zur Insolvenzentwicklung in der Region.

Das Stahlwerk im Trierer Hafen hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Daraufhin sei die Zulieferung mit Schrott weitgehend zum Erliegen gekommen, weshalb die Produktion am Mittwoch vorübergehend eingestellt worden sei, erklärte Betriebsratschef Rudi Heinz am Donnerstag auf Anfrage. Nach einer Betriebsversammlung mit dem vom Gericht bestellten Insolvenzverwalter zeigte sich Heinz optimistisch, dass das Werk gerettet werden kann. „Wir fahren weiter“, sagte der Betriebsratschef, der zuversichtlich ist, dass sich für das Werk ein Investor finden wird.

Schon einmal stand das Unternehmen vor dem Aus, wurde dann aber vor etwa zehn Jahren von der Pampus-Gruppe aus Nordrhein-Westfalen übernommen. Aktuell zählt das Werk 290 Mitarbeiter und 15 Auszubildende. Die Gehälter würden in den kommenden drei Monaten von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt, so Heinz.

Derweil präsentierte die Creditreform am Mittwoch im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung ihre Zahlen zur Insolvenzentwicklung in der Region. Bei der Analyse berücksichtigt wurden die eröffneten Insolvenzverfahren sowie die Ablehnungen mangels Masse. Die Zahlen für die Region Trier für das Jahr 2011 seien auf Basis der bisherigen Ist-Werte und der Erfahrungswerte „vorläufig hochgerechnet“. Die Detailanalyse des Insolvenzgeschehens erfolge dann im kommenden Januar.

In der Region ist 2011 ein Rückgang der Firmenpleiten gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Dabei zeigt die von Creditreform geschätzte Entwicklung für 2011 einen Rückgang der Firmeninsolvenzen um 5,4 Prozent gegenüber 2010. Damit liegt die Region parallel zum Bundestrend mit einem bundesweiten Rückgang von 5,8 Prozent. Die günstige Konjunkturlage in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten hat sich positiv auf das Insolvenzgeschehen ausgewirkt.

Bedeutende Insolvenzen der Region waren 2011 die der PSA GmbH in Bitburg (Maschinenbau) mit rund 90 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von über 11 Millionen Euro sowie der Mohr Ingenieurholzbau GmbH in Trier (rund 65 Mitarbeiter und circa 10,8 Millionen Euro Umsatz). Mit der PSA Technology GmbH ist jedoch der Standort des Bitburger Maschinenbauers erhalten worden. Bei der ebenfalls in diesem Jahr in die Insolvenz geratenen Elektroservice Bauschert GmbH & Co. KG in Ayl (rund 70 Mitarbeiter und 3,1 Millionen Euro Umsatz) ist ein Investor gefunden worden, so dass Standorterhaltung und auch ein Großteil der Arbeitsplätze wohl sichergestellt sind.

Die Anzahl der Insolvenzverfahren ehemals Selbständiger in der Region ist gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Im ehemaligen Regierungsbezirk Trier ist 2011 mit rund 62 Verfahren zu rechnen. Gegenüber dem Vorjahr (51 Verfahren) bedeutet dies einen Anstieg von rund 21 Prozent.

Deutlich zurückgegangen ist die Anzahl der Privatinsolvenzen. Gegenüber dem Vorjahr sind die privaten Pleiten in der Region um etwa 13 Prozent gesunken. Deutschlandweit ist ein Rückgang gegenüber 2010 von 6,1 Prozent zu vermelden. Regional rechnet die Creditreform 2011 mit etwa 481 eröffneten Verfahren (2010: 553).

Mit den meisten Verbraucherinsolvenzverfahren wird wohl wieder im Bereich der Stadt Trier zu rechnen sein. Hier erwartet man in der Hochrechnung 166 eröffnete Verfahren (2010: 175). Im Gegensatz zu den übrigen Kreisen der Region ist lediglich im Kreis Trier-Saarburg mit einem prozentualen Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu rechnen.

Bundesweit verringerte sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nicht ganz so deutlich. Mit 103.200 neuen Fällen wurde zwar der Vorjahreswert (109.960 Fälle) um 6,1 Prozent unterschritten, dennoch liegt man immer noch über der Marke von 100.000. Mit der Änderung des Insolvenzrechts vor rund elf Jahren haben auch Privatpersonen die Möglichkeit erhalten, sich über die sogenannte Restschuldbefreiung zu entschulden.

Im Bereich der Privatinsolvenzen sind nur die veröffentlichen Verfahren berücksichtigt, nicht jedoch etwaige gerichtliche bestätigte Schuldenbereinigungsverfahren, die nicht einer Veröffentlichung unterliegen.

Weitere Tabellen und Diagramme zur Insolvenzuntersuchung finden Sie unter www.creditreform-trier.de.

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