Weniger Firmeninsolvenzen
REGION. Die Insolvenzentwicklung in der Region Trier steht 2013 bislang konträr zum Bundestrend. So ist die Zahl der Firmeninsolvenzen nach aktuellen Untersuchungen von Creditreform Trier um derzeit 20 Prozent zurückgegangen.
Die Insolvenzzahlen im Unternehmensbereich steigen bundesweit moderat. Im ersten Halbjahr 2013 waren in Deutschland 15.430 Unternehmenspleiten zu verzeichnen. Dies bedeutet im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 einen leichten Anstieg von 3,4 Prozent. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist bundesweit weiter rückläufig (-4,2 Prozent). Insgesamt waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 47.930 Privatinsolvenzen zu vermelden – im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 50.040.
In der Region Trier ist die Insolvenzentwicklung 2013 bislang genau umgekehrt. So ist die Zahl der Firmeninsolvenzen um derzeit 20 Prozent zurückgegangen. Demgegenüber sind die Verbraucherpleiten um gut 10 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen. Die definitiven Zahlen werden sich sicherlich noch leicht verändern, da aktuell noch nicht alle Eröffnungen oder Ablehnungen der Insolvenzeröffnung mangels Masse veröffentlicht sind.
Im Bereich der Unternehmensinsolvenzen waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in der Region Trier 78 eröffnete Verfahren oder Ablehnungen mangels Masse zu vermelden. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 mit 98 Verfahren bedeutet dies aktuell einen Rückgang von 20,4 Prozent. Dabei sind Anzahl betroffener Arbeitsplätze (-32,2 Prozent) sowie das betroffene Umsatzvolumen (-71,51 Prozent) deutlich rückläufig.
Die meisten Arbeitsplätze im Bereich der Stadt Trier waren von den Insolvenzen des Altmetallhandels- und Entsorgungsunternehmen Karl Kreber GmbH in Trier-Ehrang (24 Mitarbeiter und sieben Mio. Euro Umsatz) und der Gabelstaplerhandels- und -Vermietungsfirma Huffer GmbH in Trier-West (20 Mitarbeiter und 2,6 Mio. Euro Umsatz) betroffen.
Im Gegensatz zu den anderen Kreisen der Region Trier (Bitburg-Prüm, Stadt Trier, Trier-Saarburg u. Bernkastel-Wittlich), wo überall Rückgänge bei den Firmenpleiten zu verzeichnen sind, ist allein im Vulkaneifelkreis (Daun) die Anzahl der Firmeninsolvenzen leicht (um drei Verfahren) angestiegen.
Bei den Privatinsolvenzen in der Region Trier ist aktuell eine Steigerung im Vergleich der ersten beiden Halbjahre 2013 und 2012 von 10,7 Prozent zu vermelden. So waren in den ersten sechs Monaten des Vorjahres 243 Verbraucherinsolvenzen veröffentlicht worden. In diesem Jahr waren es immerhin bereits 269 Verfahren und noch sind nicht alle Bekanntmachungen veröffentlicht.
Nach Kreisen betrachtet ist erstmals die kreisfreie Stadt Trier nicht negativer Spitzenreiter der Region. In Trier sind die Verbraucherinsolvenzverfahren im Halbjahresvergleich um 12,6 Prozent zurückgegangen – von 79 auf 69 Verfahren. Die meisten privaten Pleiten mit 89 Verfahren waren 2013 bislang im Kreis Trier-Saarburg zu vermelden. Dort gab es auch die deutlichste prozentuale Steigerung (+53,5 Prozent), gefolgt von den Kreisen Vulkaneifel (+37,5 Prozent) und Bitburg-Prüm (+8,1 Prozent). In Trier und im Kreis Bernkastel-Wittlich sind die Verbraucherinsolvenzen bislang rückläufig.
Berücksichtigt sind im Bereich der Privatinsolvenzverfahren jedoch nur die tatsächlich veröffentlichten Verfahren, also keine außergerichtlichen Schuldenregulierungsverfahren zur Insolvenz oder nachträglich gerichtlich bestätigte Regulierungsverfahren, welche nicht der Veröffentlichung unterliegen.
von 16vor
