Endstation für Petrisbergaufstieg
TRIER. Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) hat bestätigt, dass die seit Jahrzehnten diskutierte ÖPNV-Trasse zum Petrisberg vom Tisch ist. Man werde den Gremien empfehlen, den Petrisbergaufstieg „ad acta zu legen“.
Im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterte sie am Mittwoch die Gründe, die zu der überraschenden Vollbremsung für das Projekt geführt haben. So habe sich im Zuge einer Potenzialstudie für eine Seilbahnanbindung des Plateaus herausgestellt, dass man in der Vergangenheit von völlig anderen Prognosen ausgegangen war. So lagen den Planern Daten zugrunde, die für 2010/2015 täglich 60.000 KfZ-Bewegungen zwischen Talstadt und Höhenstadtteilen voraussagten; 2010 waren es allerdings „nur“ rund 50.000. Und auch die Zahl der Nutzer des Nahverkehrs blieb deutlich hinter den Prognosen zurück: Statt der erwarteten 20.000 werden heute lediglich 13.700 Fahrgäste auf den Verbindungen von und zur Uni sowie zur Tarforster Höhe und nach Neu-Kürenz gezählt. „Die damals prognostizierten extremen Verkehrszuwächse sind so nicht eingetreten“, erklärte Wilko Kannenberg von der städtischen Verkehrsplanung.
War man 2003 noch von einem Potenzial von bis zu 11.500 zusätzlichen Fahrgästen für den ÖPNV ausgegangen, die der Bau eines Petrisbergaufstiegs hätte bringen können, gehen die neueren Untersuchungen von gerade mal 540 neuen Nahverkehrsnutzern aus – und auch das nur im besten Fall. Dass die auf 80 Millionen Euro geschätzten Kosten des Petrisbergaufstiegs sich vor diesem Hintergrund absolut nicht rechtfertigen lassen, liegt auf der Hand. So bestätigte Simone Kaes-Torchiani nun erstmals einen Bericht von 16vor vom 28. Mai. Die Gremien des Stadtrats müssen der Abmoderation des Vorhabens noch zustimmen, doch angesichts der völlig veränderten Faktenlage scheint kaum vorstellbar, dass es noch eine Mehrheit für die Fortführung der Planungen gibt.
Stattdessen sollen es nun Expressbusse richten, die unter anderem auf dem sogenannten Moselbahndurchbruch verkehren würde. Doch wann diese Verbindung zwischen Kürenzer Straße und Metternichstraße kommen wird, ist noch völlig ungewiss. Man räume diesem Vorhaben und der mehr als überfälligen Sanierung der Kürenzer Straße nun höchste Priorität ein, so Kaes-Torchiani.
Ein ausführlicher Bericht zum Thema folgt am Freitag.
von Marcus Stölb
