Viele alte Werke digitalisiert
TRIER. Für die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars war 2010 ein erfolgreiches Jahr. Das geht aus dem Bericht der Einrichtung für das vergangene Jahr hervor.
So ist der Bestand in diesem Zeitraum um mehr als 8.000 Neuerwerbungen und Schenkungen auf mehr als 470.000 Medien gewachsen. Die Zahl der Bestellungen hat sich auf 63.931 erhöht, insgesamt gab es mehr als 1.000 Nutzer, die sich rund 32.000 Bände ausliehen. Leicht gestiegen ist auch der Lesesaalbestand im spätbarocken, öffentlich zugänglichen Lesesaal der Bibliothek: dort standen gut 11.500 Bände zur Verfügung, 76 mehr als im Vorjahr.
Die Bibliothek besitzt einen großen Bestand an historischen Werken: Rund 32.000 Titel sind älter als hundert Jahre. Davon stammen etwa zwei Drittel aus dem 19. Jahrhundert und ein Drittel aus der frühen Neuzeit. Geschlossen aufgestellt ist die seit 1936 als Dauerleihgabe übernommene Dombibliothek mit ungefähr 9.000 Bänden vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Außerdem besitzt die Bibliothek 120 Inkunabeln („Wiegendrucke“) und rund 450 mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften, die älteste stammt aus dem 9. Jahrhundert.
Um diese wertvollen Stücke teilweise der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, beteiligte sich die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars 2010 als eine von neun Bibliotheken am rheinland-pfälzische Digitalisierungsportal Dilibri. Mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden Bücher und Zeitschriften vom 16. bis zum 19. Jahrhundert digitalisiert und in Dilibri eingestellt. Dort stehen sie jedem Interessierten zur Verfügung – eine Fundgrube für Historiker, Neugierige und Hobbyforscher. Unter anderem wurde so der komplette erste Jahrgang der Trierer Bistumszeitung Paulinus von 1875 digitalisiert oder auch das erste Buch über eine Heilig-Rock-Wallfahrt aus dem Jahr 1513.
Darüber hinaus fanden in der Bibliothek in der Jesuitenstraße auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Vorträge, Präsentationen, Ausstellungen und Seminare statt. Alleine 20 Vorträge wurden 2010 angeboten, darunter zahlreiche Vorträge renommierter Experten, die zusammen mit der bibliophilen Gesellschaft „Pro Libris“ organisiert wurden.
Neben ihrer Funktion als Bibliothek für das Priesterseminar dient die Bibliothek auch der Katholischen Theologischen Fakultät als Hochschulbibliothek und nimmt Funktionen einer Diözesanbibliothek wahr. So stellt sie besonders Literatur über die Geschichte des ehemaligen Erzbistums bereit. Sondersammelgebiete sind Hildegard von Bingen, Nikolaus von Kues, Friedrich Spee, Johannes Trithemius und die Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt.
Die Bibliothek befindet sich in der Jesuitenstraße 13 und ist montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen sowie Links zu Katalogen, Datenbanken und Verzeichnissen gibt es im Internet unter www.bps-trier.de.
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