Anklage: Versuchter Totschlag
TRIER. Auf der Grundlage der von der Kriminaldirektion durchgeführten Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 55-jährigen Trierer erhoben. Dem Angeschuldigten werden zwei Verbrechen des versuchten Totschlages zur Last gelegt.
Die Staatsanwaltschaft hält folgenden Sachverhalt für hinreichend wahrscheinlich: Am 20. Juli diesen Jahres habe sich der Angeschuldigte in seinen Geschäftsräumen verbarrikadiert und gedroht, sich umzubringen. Als ein zu Hilfe herbeigerufener Polizeibeamter den Rollladen eines Fensters angehoben hatte, habe der Angeschuldigte aus einem Druckluftnagler mehrere Nägel gezielt in Richtung des Beamten gefeuert, ohne ihn jedoch zu treffen. Anschließend habe der Mann den Druckluftnagler gegen sich selbst gerichtet. Von drei Nägeln getroffen brach er zusammen. Als der Beamten nunmehr versucht habe, durch das Fenster in die Räume einzudringen, um erste Hilfe zu leisten, habe sich der Angeschuldigte unvermittelt aufgerichtet und erneut Nägel auf den Beamten und einen weiteren Kollegen abgefeuert. Der Angeschuldigte konnte schließlich überwältigt werden, ohne die Beamten getroffen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hält es für möglich, dass der lebensmüde Angeschuldigte nicht mit dem besonnenen Vorgehen der Beamten gerechnet hatte, sondern darauf aus war, von diesen erschossen zu werden. Die Strafkammer wird nunmehr über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Ein Termin zur Durchführung der Hauptverhandlung steht noch nicht fest.
von 16vor
