Trier baut Position aus
TRIER. Ende September 2011 gab es in der Region insgesamt 339 großflächige Einzelhandelsbetriebe mit 600 und mehr Quadratmetern Verkaufsfläche. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor im Oberzentrum Trier.
Allein in der Moselstadt wird die Gesamtverkaufsfläche auf fast 660.000 Quadratmetern angegeben. Mit einem zahlenmäßigen Anteil von 31,3 Prozent und einem Verkaufsflächenanteil von 39,6 Prozent nehme Trier damit eine besondere Stellung auf Bezirksebene ein, teilte die Industrie- und Handelskammer mit. Die Kammer ermittelte die Zahlen für die 5. Auflage ihres Handelsatlasses.
Obwohl sich seit Dezember 2007 im IHK-Bezirk Trier 47 großflächige Einzelhandelsbetriebe mit einer Gesamtverkaufsfläche von mehr als 44.000 Quadratmetern neu angesiedelt hätten, habe dies auf die Verkaufsflächenentwicklung im Bezirk per Saldo praktisch keine Auswirkungen, so die IHK. Denn dieser Verkaufsflächenzuwachs wurde durch 20 Betriebsaufgaben mit einer Gesamtverkaufsfläche von rund 46.000 Quadratmetern wieder aufgehoben. Dabei verlief die Entwicklung im Oberzentrum und in den Kreisen höchst unterschiedlich. Von den Betriebsaufgaben waren in der Fläche vor allem große Möbelhäuser und Bau-, Hobby-, Handwerker- und Gartenmärkte in den Kreisgebieten betroffen. Betriebsneuzugänge in anderen Branchen konnten diesen Flächenverlust nicht auffangen.
Dagegen zeigt die IHK-Untersuchung deutliche Zuwachsraten in spezifischen Sortimentsbereichen. Das gilt insbesondere für den Bereich der Nahversorgung mit Lebensmittel- und Drogeriemärkten. Die Anzahl dieser großflächigen Einzelhandelsbetriebe ist seit 2003 auf Bezirksebene um über 53 Prozent gestiegen und deren Verkaufsfläche um über 34 Prozent. Auch der großflächige Einzelhandel mit innenstadtrelevanten Sortimenten ist anzahlmäßig in den letzten acht Jahren um über 37 Prozent gestiegen und die Verkaufsfläche bei diesen Sortimentsgruppen um fast 20 Prozent, wenn man die kleinflächigen Verkaufseinheiten in den Einkaufszentren „Alleencenter“, „Trier Galerie“ und „Schlossgalerie“ in Wittlich mit einbezieht.
Das zeige, dass die Verkaufsflächendynamik im großflächigen Einzelhandel des Bezirks, bei den aus Sicht der Stadtplanung besonders relevanten Innenstadt- und Nahversorgungssortimenten, ungebrochen isei, erklärte die Kammer. Bei den im IHK-Handelsatlas erfassten 339 Einzelhandelsbetrieben ab einer Verkaufsfläche von 600 Quadratmetern dominieren mit 135 Unternehmen und rund 165.000 Quadratmetern die Lebensmittelmärkte. Es folgen die Bau-, Hobby-, Heimwerker- und Gartenmärkte mit 45 und der Möbelhandel mit 42 Betrieben, die auch in der Fläche mit 149.660 und 147.135 Quadratmetern auf Rang zwei und drei liegen. Diese drei Branchen dominieren mit rund 70 Prozent Verkaufsflächenanteil deutlich den großflächigen Einzelhandel des Bezirks.
Zuwachs bei großflächigen Drogeriemärkten
In den letzten vier Jahren hat insbesondere die Eröffnung der „Trier Galerie“ im Herbst 2008 dem großflächigen Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren hohe Zuwachsraten gebracht. Mit einem Plus von 14 Betrieben per Saldo ist die Zahl der Bekleidungsbetriebe von Dezember 2007 bis Ende September 2011 auf Bezirksebene um 45 Prozent gestiegen und die Gesamtverkaufsfläche in der Branche um 26,5 Prozent auf rund 54.000 Quadratmeter. Die Stadt Trier hat damit ihren Anteil an der Branche sowohl bei der Anzahl der großflächigen Einzelhandelsbetriebe mit 57,8 Prozent als auch bei der Verkaufsfläche mit 69,4 Prozent bezogen auf den gesamten Bezirk weiter ausgebaut. Eine deutliche Entwicklung ist in den letzten Jahren auch bei den großflächigen Drogeriemärkten zu beobachten. Während die dritte Auflage des Handelsatlasses im September 2003 nur einen großflächigen Drogeriemarkt mit 620 Quadratmetern im Bezirk auswies, waren es Ende Dezember 2007 schon sieben Märkte mit insgesamt 4.540 Quadratmetern und jetzt, vier Jahre später, Ende September 2011 bereits elf großflächige Drogeriemärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von über 8.500 Quadratmetern.
Obwohl die Konsumausgaben im Einzelhandel in den letzten Jahren stagnierten, sei vor allem beim großflächigen Einzelhandel mit innenstadt- und nahversorgungsrelevanten Sortimenten mit einem weiteren deutlichen Verkaufsflächenzuwachs zu rechnen. Darauf deuteten mehrere Ansiedlungsvorhaben hin, von denen sich einige bereits in der Realisierungsphase befinden.
Die über 80 Seiten umfassende IHK-Studie weist nach Verwaltungsbezirken geordnet die erfassten Handelsbetriebsformen nicht nur nach Branchen aus (ausgenommen ist nur der Kfz-Handel), sondern enthält auch wichtige Strukturdaten für die jeweiligen Verwaltungsbezirke und die einzelhandelsrelevanten GfK-Kaufkraftdaten, die auf der Ebene der Kreise und der kreisfreien Städte ausgewiesen werden. Mit ihrer Untersuchung will die IHK sowohl bei Standortplanungen ansiedlungswilliger Unternehmen als auch bei der Beurteilung von Auswirkungen großflächiger Einzelhandelsansiedlungen zu mehr Transparenz beitragen.
von 16vor
