Standort Trier wird aufgegeben

TRIER/MAINZ. Das Mainzer Kabinett hat am Dienstag eine Neustrukturierung der rheinland-pfälzischen Vermessungs- und Katasterverwaltung beschlossen. Der Standort Trier wird aufgegeben.

„Die neue Struktur wird die Vermessungs- und Katasterverwaltung in ihrer Leistungsfähigkeit weiter stärken und für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre zukunftsfest machen“, begründete Innenminister Roger Lewentz (SPD) die Entscheidung. Die Landesregierung erwarte jährliche Einsparungen von rund 3,5 Millionen Euro.

Die Vermessungs- und Katasterverwaltung habe sich frühzeitig auf neue Informations- und Kommunikationstechnologien eingestellt und die Geodatenbestände des Liegenschaftskatasters und der Geotopographie in digitale Form überführt, so Lewentz. Dies habe zu „effizienten Verfahrenslösungen und wirtschaftlichen Verfahrensabläufen bei der Erhebung, Führung und Übermittlung der Geobasisinformationen“ geführt. Damit sei ein erheblicher Personalabbau verbunden gewesen, der sich im Zuge der Reform weiter fortsetzen werde.

Mit der Neuorganisation wird die Vermessungs- und Katasterverwaltung durch die Reduzierung von 19 auf sechs Amtsbezirke mit künftig je zwei dauerhaften Standorten gestrafft. Darüber hinaus werden zwei Dienstorte des „Landesamts für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz“ in Alzey und Neustadt an der Weinstraße am bisherigen Standort Bad Kreuznach zusammengeführt. Elf Standorte werden aufgelöst, darunter der in Trier.

Erst vor wenigen Wochen hatte OB Klaus Jensen an seinen Parteifreund Lewentz appelliert, den Standort Trier zu erhalten. Schon die überdurchschnittlich große Bautätigkeit in Trier und dem Umland spreche dafür. Zudem müssten bei einer Abwägung soziale und strukturpolitische Gesichtspunkte der Oberzentrumsfunktion der Moselstadt berücksichtigt werden. So weise die Moselstadt gegenüber den umliegenden Landkreisen mit 5,8 Prozent immer noch eine höhere Arbeitslosenquote auf. In seinem Schreiben erinnert Jensen auch daran, dass in den zurückliegenden Jahren immer wieder öffentliche Dienststellen in Trier geschlossen worden seien. Der Appell des Oberbürgermeisters konnte die Landesregierung offenbar nicht mehr umstimmen.

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