Stadtspitze für freien Eintritt
TRIER. Aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren sollen schon ab diesem Sommer wieder gratis die Trierer Freibäder nutzen können. Das schlägt nun der Stadtvorstand vor.
Vor einem Jahr hatte der Rat beschlossen, die Eintrittspreise für das Nord- und das Südbad zu erhöhen. Im Zuge dieser Maßnahme entschied der Stadtrat auch, dass Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren für den Badbesuch fortan zahlen sollten. Dass es das Gratis-Privileg gab, war einigen offenbar zuvor gar nicht bekannt.
Der Beschluss rief mit einigen Monaten Verspätung die Freien Wähler auf den Plan: Zwar war der Wegfall der Regelung zuvor in den Ausschüssen beraten worden, doch offenbar war kein Vertreter der FWG bei diesen Beratungen anwesend. So verlangte die Fraktion erst im vergangenen Juni, die kostenlose Nutzung für Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren „mit sofortiger Wirkung“ wieder einzuführen. Im Rat entspann sich daraufhin eine kontroverse Debatte, doch lediglich FDP und Linke signalisierten ihre Zustimmung zu dem FWG-Vorstoß, das Privileg wieder einzuführen. Heftiger Konter kam hingegen von CDU, SPD und Grünen, und auch Sportdezernentin Angelika Birk (B90/Die Grünen) sah die Forderung kritisch. Mit großer Mehrheit wurde der Antrag schließlich in den zuständigen Dezernatsausschuss verwiesen.
Nun wird der Stadtrat am kommenden Dienstag eine Vorlage des Stadtvorstands beraten, in der genau das vorgeschlagen wird, was die FWG seinerzeit forderte. „Es sei erwähnt, dass die Feuerwehrleute bei Einsätzen extremen körperlichen Belastungen und Gefahren ausgesetzt sind. Damit diesen Belastungen standgehalten werden kann, müssen sie sich ganzjährig in unterschiedlichster Art und Weise sportlich betätigen und fit halten“, heißt es zur Begründung. Und weiter: „Anders als beispielsweise bei Angehörigen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) oder der Polizei, die ihre Dienste ebenfalls zum Wohl der Allgemeinheit ausüben und für die die Möglichkeit eines systematischen Schwimmtrainingsprogramms im Rahmen ihrer Vereinszugehörigkeit oder beruflichen Tätigkeit besteht, müssen die aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren ihr Fitnessprogramm gänzlich in Eigenregie organisieren und gestalten“.
Deshalb schlage man nun vor, den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren wieder kostenfreien Eintritt zu ermöglichen. Allerdings heißt es in der Vorlage auch, dass weitere Institutionen und Organisationen „aus wirtschaftlichen Gründen keine Berücksichtigung“ finden könnten.
von Marcus Stölb
