SPD befeuert Friedhofs-Debatte

TRIER. Die SPD-Stadtratsfraktion will die zwischenzeitlich weitgehend zum Erliegen gekommene Debatte über die Zukunft der Trierer Friedhöfe erneut anstoßen. Am Donnerstag soll der Rat über einen Antrag abstimmen.

Angesichts einer sich rasch wandelnden Bestattungskultur und den Veränderungen, die sich hieraus ergäben, müsse die Verwaltung dem Steuerungsausschuss und dem Dezernatsausschuss IV bis Dezember 2012 einen Maßnahmenkatalog vorlegen, „der diesen Entwicklungen angemessen Rechnung trägt und in einem Stufenplan Handlungsschritte vorschlägt, die treffende Antworten auf Bestattungskultur und Bestattungsgebühren geben“, fordert die SPD in ihrem Antrag. Bei der Ausarbeitung des Maßnahmenkatalogs solle sich die Verwaltung unter anderem mit den Themen „Ausbau alternativer Bestattungsformen, dauerhafter Erhalt der Friedhöfe als Gedenk- und Ruhestätten, Kostentransparenz und einer entsprechend klaren Gebührenordnung, sowie den Möglichkeiten befassen, die Bestattungsgebühren für die Bürger und die Unterhaltung kosten der Kommune nachhaltig zu verringern“.

Zur Begründung für den Antrag seiner Fraktion verweist SPD-Fraktionschef Sven Teuber auf das seit 2006 vorliegende
Friedhofskonzept. Zwar wurde zwischenzeitlich beschlossen, den Höhenfriedhof bei Irsch zu schließen und die Flächen aller städtischen Friedhöfe schrittweise zu optimieren, den Sozialdemokraten geht das aber nicht weit genug: „Entgegen den Empfehlungen des Friedhofskonzepts entschloss man sich jedoch nicht dazu, langfristig weniger Friedhöfe für Bestattungen offen zu halten, als dies aktuell der Fall ist.“ Im Klartext: Für die SPD stellt sich weiterhin die Frage, ob weitere Friedhöfe langfristig aufgegeben werden müssen. „Da die neuesten Zahlen eine weitere Entwicklung aufzeigen, die Grundannahmen des Friedhofskonzepts belegen, erscheint eine neuerliche Debatte erforderlich“, verlangt Teuber.

Der Sozialdemokrat führt die immer zahlreicher werdenden Urnenbestattungen ins Feld. Dieser Trend habe sich sogar noch verstärkt, gibt er zu bedenken. Da die Bestattungsgebühren längst nicht ausreichten, um die Kosten für die Pflege zu bestreiten, drohten weitere Gebührenerhöhungen. Laut Gemeindeordnung muss eine Gemeinde die anfallenden Kosten vollständig aus Gebühren decken. „Daher war der Rat gezwungen, die Bestattungsgebühren im Jahre 2010 deutlich anzuheben“, erinnert Teuber. Mit stetig steigenden Ausgaben sei aber auch mit immer weiter steigenden Ausgaben für die Angehörigen zu rechnen. „Eine würdige Bestattung der Verstorbenen muss jedoch in unserer Gesellschaft eine Frage sein, die unabhängig vom Geldbeutel entschieden wird“.

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