„Schulen sind keine Schachfiguren“
EHRANG. In einer am Montag verschiedeten Resolution verlangt der Philologenverband im Bezirk Trier die Auflösung der Gemeinsamen Orientierungsstufe von Friedrich-Spee-Gymnasium und Realschule in Ehrang.
Das erklärten Malte Blümke, Landesvorsitzender des Philologenverbandes und Hans-Jürgen Fischer, Bezirksvorsitzender des Philologenverbandes Trier. „Entschieden kritisieren wir die Verzögerungstaktik durch Schuldezernentin Angelika Birk (Die Grünen). Wir fordern eine schnelle und eindeutige Entscheidung der städtischen Gremien zur zukunftsfähigen Sicherung der Realschule plus und des Friedrich-Spee-Gymnasiums.“ In der Bezirksversammlung unterstützte Jutta Albrecht, Sprecherin des Bildungsbündnisses Rheinland-Pfalz und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Trierer gymnasialen Schulelternbeiräte das Anliegen des Philologenverbandes.
Nach der klaren Entscheidung des Bildungsministeriums und der ADD, dass der Bestand des Friedrich-Spee-Gymnasiums als Gymnasium mit achtjährigem Bildungsgang und Ganztagsgymnasium mit seinem überzeugenden Schulkonzept gesichert ist und dass in Trier keine zweite Integrierte Gesamtschule eingerichtet wird, weil die Integrierte Gesamtschule am Schulstandort Wolfsberg sich erst einmal konsolidieren müsse, sei die Auflösung der Gemeinsamen Orientierungsstufe (GOS) der nächste notwendige Schritt, heißt es in einer Mitteilung. Die Auflösung der GOS stehe nicht dem Schulentwicklungsplan entgegen. „Im Gegenteil könnte das Friedrich-Spee-Gymnasium als G8/GTS-Gymnasium ab Klasse 5 sein ganzes schulisches Potential als einziges Trierer G8/GTS-Gymnasium voll entfalten und die Gymnasien in der Stadt entlasten“, ist der Verband überzeugt. Die Realschule plus könne die Integration der ehemaligen Hauptschule und Realschule mit dem Schwerpunkt Inklusion als Realschule plus vollziehen und Kooperationen mit den anderen Realschulen plus vorbereiten, was bei der jetzigen Schulstruktur nicht möglich sei.
Für diese Lösung hätten sich auch Schülervertretung, Elternschaft, Schulleitung und das Kollegium des Friedrich-Spee-Gymnasiums eingesetzt, gibt der Philologenverband zu bedenken. Auch das Trierer Jugendparlament empfehle diesen Weg. „Es wird niemandem zu vermitteln sein, dass zur Umsetzung der speziellen Schulkonzepte am Wolfsberg und am Mäusheckerweg mehr als 20 Millionen Euro bereits investiert worden sind, die bei einer neuen Schulstruktur fehl investiert worden wären“, heißt es in der Resolution, und weiter: „Schulen sind keine Schachfiguren, die man nach Belieben hin und her schieben kann, sondern organisch gewachsene Einheiten mit ihren ganz individuellen pädagogischen Aufgaben. Es wird höchste Zeit, dass der Schulfrieden in Trier wieder hergestellt wird und dass das vielfältige Angebot des Schulstandortes Trier mit einem G8/GTS-Gymnasium erhalten bleibt.“
von 16vor
