Scharfe Kritik an Stadtspitze

TRIER. In einem Schreiben an OB Klaus Jensen (SPD) üben Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammer scharfe Kritik an der Empfehlung des Stadtvorstands, den Moselaufstieg abzulehnen.

Damit machen IHK und HWK vor der am Donnerstag stattfindenden Debatte im Stadtrat Druck. Jensen hatte die Empfehlung des Stadtvorstands, die dem Vernehmen nach gegen den Willen von Wirtschaftsdezernent Thomas Egger (FDP) und Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) fiel, am Mittwoch in einem Interview mit 16vor verteidigt.

Beide Kammern halten die Abwägung des Stadtvorstands für falsch, die vorgebrachten Argumente seien insgesamt nicht neu und hielten auch keiner Überprüfung stand. Insbesondere kritisieren die Wirtschaftskammern die vom Stadtvorstand als Begründung angeführte zu erwartende zusätzliche Verkehrsbelastung in Zewen. Dabei würden die echten Entlastungswirkungen von bis zu 20.000 Fahrzeugen am Tag allein im Bereich der Moseluferstraßen nicht berücksichtigt.

Es sei „nicht nachzuvollziehen“, dass man bei anderen Projekten, wie der aus Sicht der beiden Kammern fragwürdigen Nordbrücke oder der geplanten Verlagerung der B 51-Trasse in Trier-West, punktuelle Verkehrszunahmen in wesentlich größerem Umfang billigend in Kauf nehme, diese aber bei der Westumfahrung kategorisch ablehne. Eine Zuspitzung der Debatte auf ÖPNV – Alternativen zur Milderung der Pendlerproblematik würde „an den eigentlich zu lösenden Verkehrsproblemen für den überregionalen Verkehr vorbei gehen“. Auch der Hinweis auf die Schuldenbremse stößt bei IHK und Hwk auf Unverständnis, da gleichzeitig eine Nordbrücke gefordert wird, die nach einheitlicher Meinung von Experten als städtisches Projekt anzusehen wäre , von der Stadt in zweistelliger Millionenhähe aber wohl kaum zu finanzieren wäre. Das von der Stadt präsentierte Alternativgutachten habe nochmals untermauert, dass es für die zu verlagernden Durchgangsverkehre aus dem Konz-Saarburger-Raum keine realistischen Alternativen gebe. Dies gelte auch für die Wirtschaftsverkehre beispielsweise von und zu den Industrie- und Gewerbegebieten im Trierer Süden.

Beide Kammern sehen in den Projekten Nord- und Westumfahrung Trier weiterhin die entscheidenen Infrastrukturmaßnahmen um die Verkehrsverhältnisse im Trierer Raum nachhaltig verbessern zu können. Sie appellieren an den Stadtrat, „die Unzulänglichkeiten in der Argumentation des Stadtvorstandes zu erkennen und sich nicht schon vorzeitig vor den anstehenden Beratungen zum Bundesverkehrswegeplan von diesen zentralen Infrastrukturprojekten leichtfertig zu verabschieden“.

Zum selben Thema: Stadtspitze empfiehlt Abschied vom Moselaufstieg

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