Rund 7.000 Trierer gefragt

TRIER. Am Dienstag kommender Woche beginnen 90 Erhebungsbeaufragte mit ihren Interviews für den Zensus 2011. Rund 7.000 Trierer wurden durch eine Stichprobe ausgewählt und sind nun zur Auskunft verpflichtet.

Die Vorbereitungen in der Erhebungsstelle im Rathaus seien bei der Premiere reibungslos verlaufen. Durch den Zensus liegen voraussichtlich im ersten Quartal 2013 erstmals seit der Volkszählung 1987 fundierte Daten zur Bevölkerungsentwicklung, den Wohnverhältnissen und der Erwerbstätigkeit vor.

Anders als 1987 werden die Daten nicht durch eine flächendeckende Befragung erhoben. Stattdessen wurden Melderegister der Kommunen, Statistiken der Agentur für Arbeit und Daten der Sozialversicherungsträger ausgewertet. Nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung werden von Erhebungsbeauftragten befragt, um Fehler zu bereinigen und zusätzliche Informationen zu gewinnen.

Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat die Schulung der Interviewer abgeschlossen. OB Klaus Jensen (SPD) bedankte sich für ihren Einsatz, für den eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird. Nach der Verpflichtung zur Verschwiegenheit wurde jedem Trierer Erhebungsbeauftragten ein Gebiet mit jeweils rund 100 zu befragenden Bürgern zugeteilt. Er kündigt seinen Besuch schriftlich an. Die Bürger können einen Termin vereinbaren. Der Fragebogen kann sofort mit dem Interviewer, aber auch später allein schriftlich oder im Internet ausgefüllt werden. Hierzu ist ein Code mit Zugangsdaten für das Internetportal angegeben. Eltern müssen die Auskünfte für ihre Kinder geben. Speziell geschulte Erhebungsbeauftragte steuern darüber hinaus Gemeinschaftseinrichtungen, wie Studenten- oder Seniorenheime, an. Dabei ging es zum Beispiel um Menschen mit Behinderung, bei denen ein Betreuer oder Pfleger die Beantwortung unterstützt.

Um jegliche Sicherheitsbedenken, auch mit Blick auf die jüngsten Vorkommnisse mit Datenmissbrauch im Internet zu zerstreuen, gelte beim Zensus „strikte Geheimhaltung“. Die Daten dienten nur statistischen Zwecken und dürften weder an private noch an staatliche Institutionen weitergegeben werden, so Raimund Fries, Leiter der Trierer Erhebungsstelle. Auch Einwohnermelde- oder Finanzämter könnten nicht auf die gewonnenen Daten zurückgreifen. Alle Erhebungsbeauftragten führen außerdem einen speziellen Ausweis mit sich, den sie bei den Hausbesuchen unaufgefordert vorzeigen.

Dr. Johannes Weinand, Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Statistik, hält es für bedauerlich, dass nach dem Zensus keine regelmäßige Fortschreibung im Zwei-Jahres-Rhythmus vorgesehen ist. Die neuen Erkenntnisse könnten, auch mit Blick auf die Kosten von rund 400.000 Euro allein in Trier, nicht in vollem Umfang effizient genutzt werden. Unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen wären weitergehende Auswertungen für die Städte durchaus möglich gewesen, so Weinand.

Für Rückfragen ist die Erhebungsstelle im Trierer Rathaus über eine Servicenummer erreichbar (0651/718-1888) oder per E-Mail: zensus.info@trier.de

Weitere Informationen: Der Zensus steht vor der Tür

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