Region unter 4, Stadt unter 6 Prozent

TRIER. Die Arbeitslosenzahl in der Region Trier ist im Juli leicht angestiegen. Eine höhere Arbeitslosigkeit in diesem Monat sei aber durchaus üblich, teilte die Agentur für Arbeit am Donnerstag mit.

Verschiedene Gründe trügen alljährlich zu dieser Entwicklung bei. Im Juni würden die letzten Ausbildungsverhältnisse und die schulischen Ausbildungen beendet. „Jugendliche, die nicht von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen wurden, sind nun auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Für sie ist es aber besonders schwer, schnell eine Arbeitsstelle zu finden, da viele Betriebe im Sommer nur sehr zurückhaltend einstellen“, erläutert die Arbeitsagentur. In den meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen sei die Personaleinstellung zudem Chefsache. Ist dieser in Urlaub oder das Personalbüro nur schwach besetzt, dauern Entscheidungsprozesse etwas länger. Dieses Problem erledige sich meist zum Herbst. Gleiches gelte für einen weiteren „wichtigen Sommerfaktor“: Unternehmen berücksichtigten in ihrer Produktionsplanung auch die durch die Urlaubszeit geringeren Personalkapazitäten. Die Auswirkungen dessen zeigten sich vor allem im Speditionsgewerbe, dort fielen weniger Transporte an. Aus dieser Branche sind daher die größten Zugangszahlen im Sommer zu vermelden. Profitieren von dieser Situation können hingegen die Arbeitnehmer aus der Zeitarbeit. Diese Branche hat im Juli weniger Arbeitnehmer entlassen als in den Vormonaten.

„Insgesamt laufen auch die Einstellungsverfahren im Sommer etwas langsamer ab“, resümiert Gundula Sutter, operative Geschäftsführerin der Trierer Arbeitsagentur die Siutation. „Im Herbst werden aber dann alle Akteure mit neuer Energie durchstarten“, ist sich Sutter sicher. Die langfristige Entwicklung ist für sie sowieso positiv: „Wir liegen sowohl bei der Arbeitslosenzahl als auch bei der Jugendarbeitslosigkeit weit unter den Julimonaten der vergangenen Jahre und unsere Kontakte zu Unternehmen der Region belegen ein weiterhin großes Interesse an Fachpersonal.“

Die Zahl der aktuell zur Verfügung stehenden Arbeitsstellen liegt auf dem gleichen Niveau wie im Juli 2010. Vor allem im Handwerk, und hier besonders bei den metallverarbeitenden Betrieben, werden für qualifizierte Kräfte besonders viele Stellen angeboten. Im Metallgewerbe, im Elektrohandwerk und in der Gastronomie werden ebenfalls noch besonders viele Ausbildungsstellen für das neue Ausbildungsjahr zur Verfügung gestellt. In der kommenden Woche beginnen die ersten Berufsausbildungen für junge Menschen. Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, böten sich vielfältige Möglichkeiten, noch in diesem Jahr in das Berufsleben zu starten. Für 581 noch suchende Jugendliche gibt es noch 948 Ausbildungsstellen . Allerdings müssen sie sich sputen, denn je später eine Ausbildung begonnen wird, desto größer sei natürlich der Nachholbedarf in Betrieb und Berufsschule, gibt die Arbeitsagentur zu bedenken. „Das große Ziel ist es natürlich, für alle Jugendlichen noch eine Ausbildungsstelle oder ein schulisches Angebot zu finden“, so Sutter. „In den letzten Jahren ist uns das bis auf ganz wenige Ausnahmen gelungen.“

Mehr arbeitslose Jugendliche

In der Region Trier sind 10.273 Männer und Frauen arbeitslos, das sind 568 Personen mehr als noch im Juni, aber 719 Personen weniger als im Juli 2010. Die Arbeitslosenquote ist von 3,6 Prozent im Juni auf 3,9 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag die Quote bei 4,1 Prozent.

Seit Jahresbeginn wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 8.302 offene Arbeitsstellen gemeldet, 158 mehr als im Vorjahr. Da die Sommerferien in diesem Jahr wesentlich früher als in den vergangenen Jahren begannen, wurden im Juli mit 1.125 neuen Arbeitsstellen 325 Stellen weniger gemeldet als noch vor einem Jahr. Aktuell stehen den Bewerbern 3.411 offene Arbeitsstellen zur Verfügung, 45 weniger als im Juli 2010.

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) ist um 333 Personen gegenüber dem Juni auf nunmehr 1.606 gestiegen. Im Vorjahr lag die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen noch um 282 höher. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen übersteigt mit 4,1 Prozent erstmals seit Jahresbeginn die allgemeine Quote.

In der Altersgruppe 50plus ist die Arbeitslosigkeit im Juli um 32 Personen von 3.057 auf 3.089 Männer und Frauen gestiegen. Im Vorjahr waren in dieser Altersgruppen noch 3.034 Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe ist mit 4,1 Prozent stabil geblieben. Im vergangenen Jahr lag sie bei 4,2 Prozent.

Situation in der Stadt Trier

In der Stadt Trier ist die Arbeitslosenzahl mit 3.123 Personen wieder über die Dreitausendermarke gestiegen. Im Vormonat waren in der Stadt mit 2.961 Personen noch 162 Männer und Frauen weniger arbeitslos. Im Juli des vergangenen Jahres gab es mit 3.231 Arbeitslosen aber noch 108 arbeitslose Personen mehr. Die Arbeitslosenquote ist von 5,6 Prozent auf 5,9 Prozent gestiegen. Sie ist damit unter der Quote von 6,1 Prozent des Vorjahres geblieben.

Print Friendly, PDF & Email

von

Schreiben Sie einen Leserbrief

Angabe Ihres tatsächlichen Namens erforderlich, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Noch Zeichen.

Bitte erst die Rechenaufgabe lösen! * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.