Protest gegen Professor

TRIER. Hochschulgruppen, Vereine und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) fordern das HKFZ der Uni Trier dazu auf, den Militärhistoriker Professor Martin van Creveld als Visiting fellow abzuberufen.

In einem „Offenen Brief“, der auch an Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) und den Präsidenten der Universität, Professor Michael Jäckel gerichtet ist, heißt es:  „Wir protestieren vehement gegen die Einladung von Prof. Dr. Martin van Creveld als Visiting fellow des Historisch- Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums Trier (HKFZ) und die von ihm transportierten Inhalte bei seinem Vortrag am 17.10.2011 an unserer Universität“. Als einziges Medium hatte 16vor am Dienstag über den Auftritt des israelischen Wissenschaftlers berichtet, seither schlagen die Wellen hoch.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Wir lehnen es ab, dass ein regelmäßig in der ‚Jungen Freiheit‘ – dem Zentralorgan der ‚Neuen Rechten‘ – publizierender Professor an unserer Universität mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz hofiert wird und wehren uns gegen jeden Versuch, dies als Ausdruck der Meinungsfreiheit oder Darstellung kontroverser Positionen zu rechtfertigen“. Martin van Crevelds Thesen seien „frauenfeindlich, militaristisch, latent antiisraelisch, nicht zuletzt vulgärwissenschaftlich und methodisch primitiv“. Das HKFZ müsse van Creveld nun umgehend entlassen und dürfe keine weiteren Veranstaltungen mit ihm organisieren, verlangen die Unterzeichner. Die Einladung durch das HKFZ sei „ein Hohn für alle Angehörigen der Universität, deren Kultur – gemäß ihrem Leitbild – der Freiheit von Diskriminierung und dem Ziel der Gleichberechtigung der Geschlechter verpflichtet ist“.

Zu den Erst-Unterzeichnern des „Offenen Briefs“ zählen die Hochschulgruppen von Jusos, Linker Liste, Keine von Denen, Campus Grün/Orange, Die Linke/SDS, der Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung, der GEW und des DGB. Auch der AStA der Universität Trier sowie zwei Kultur- und Theatervereine unterstützen die Forderung nach einer Abberufung van Crevelds.

Das HKFZ hatte am Donnerstag erstmals Stellung zu dem Vorgang genommen. In einem Leserbrief auf 16vor heißt es: „Die von Herrn van Creveld geäußerten Auffassungen zum Thema ‚Frauen und Krieg‘ sowie zur ‚Konstruktion von Geschlechterrollen‘ werden, das sei in aller Deutlichkeit gesagt, von niemandem im Vorstand geteilt“.

Einen Bericht über den Vortrag finden Sie hier: „Wenn ich ‚Menschen‘ sage, meine ich Männer“

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