Protest gegen syrisches Regime
TRIER. Am Sonntagabend veranstaltete das Bündnis Jasmin-Revolution eine Mahnwache auf dem Kornmarkt. Mit der Aktion wollten die Veranstalter auf das anhaltende Blutervergießen in Syrien aufmerksam machen.
An der Mahnwache beteiligten sich knapp hundert Trierer Bürgerinnen und Bürger. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Exil-Syrer und Migrantinnen und Migranten aus dem Nahen Osten.
Auf einem 8 Meter großen Transparent, welches die Veranstalter am barocken Brunnen des Platzes befestigt hatten, stand in mehreren Sprachen die Parole: „Freiheit und Frieden für das syrische Volk“. Mehrere anwesende Gäste hatten zudem eigene Plakate und Transparente mitgebracht, auf denen sie unter anderem das sofortige Ende des anhaltenden Blutervergießens und den Rücktritt des syrischen Präsidenten Bashar Al-Asad forderten.
Die Mahnwache wurde durch ein circa einstündiges Rahmenprogramm begleitet. Moderiert und eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Mitbegründerin des Bündnis Jasmin-Revolution Midia Majouno. Sie eröffnete die Mahnwache mit den Worten „Es ist eine Geste der Menschlichkeit, die wir heute, in unserer schönen Stadt Trier gemeinsam tätigen und das ganz unabhängig von unserer Volkszugehörigkeit, unserer Nationalität oder unserer Religion. Auch die syrischen Bürgerinnen und Bürger protestieren zur Zeit täglich zu tausenden vereint auf den Straßen Syriens, und das ebenfalls ganz unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihrer Religion für mehr Menschlichkeit in ihrem Land.“
Midia Majouno betonte: „Die syrische Revolution ist eine friedliche Bewegung. Die Bürgerinnen und Bürger Syriens fordern den friedlichen Sturz des Regimes. Ohne den Einsatz von Gewalt und ohne militärische Intervention von außen. Wir sind voller Hoffnung, dass das syrische Regime friedlich gestürzt wird.“
Der syrische Schriftsteller und Mitbegründer des Bündnis Jasmin-Revolution Omar Abouhamdan trug im Anschluss ein selbstverfasstes Gedicht vor, welches den Titel „Das Heft des Zusammenbruchs“ trägt. Musikalisch begleitet wurde die Lesung durch den Palästinensischen Musiker Haitham Habeeb auf der orientalischen Laute.
In Gedenken an die Opfer der syrischen Revolution hielten die Anwesenden hiernach eine Schweigeminute ab und legten vor dem Brunnen symbolisch Blumen nieder. Im Anschluss stimmte Habeeb ein arabisches Volkslied an, bei dem die anwesenden Gäste kollektiv mitsangen. Die Exil-Syrer ließen daraufhin ihren Emotionen freien Lauf und skandierten in Sprechchören minutenlang auf Arabisch: „Das Volk will das Regime friedlich stürzen.“
Midia Majouno verkündete hierauf: „Ein friedlicher Systemwechsel in Syrien braucht neben ziviler Solidarität auch die aktive Unterstützung durch andere Demokratien. Das Bündnis Jasmin-Revolution fordert deshalb die westlichen Demokratien auf, dem syrischen Volk zu helfen.“
Die Veranstaltung wurde mit einem Appell an das syrische Regime beendet. Omar Abouhamdan verlas hierzu folgende selbstverfasste Verse: „Ihr, die zwischen den verlorenen Worten vorbeikamt. Sammelt eure Namen und verschwindet. Nehmt euren Teil von unserem Blut und verschwindet. Es ist die Zeit gekommen, dass ihr verschwindet.“
von 16vor
