„Balduin“ offiziell eröffnet
TRIER. Im Trierer Mehrgenerationenhaus in der Christophstraße ist am Mittwoch das neue „Café Balduin“ offiziell eröffnet worden. Reinhold Spitzley vom Palais e.V. sprach angesichts des mehrjährigen Vorlaufs von „keiner leichten Geburt“.
2006 zogen der Palais e.V. und die Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle Trier e.V. (Sekis) in das Anwesen ein, auch der Verein Nestwärme bezog dort sein Hauptquartier. Von Beginn an habe man den Wunsch verfolgt, einen Ort der Begegnung und Kommunikation in dem Gebäude der früheren Reichsbahndirektion zu schaffen, berichtete Nestwärme-Chefin Petra Moske gegenüber 16vor. Aus Mitteln des RTL-Spendenmarathons habe man nun einen Teil der Innenausstattung des neuen Cafés finanzieren können. Dem Betreiber Palais e.V., der für das Café eigens eine gGmbH gründete, sagte sie weitere ideelle Unterstützung zu: „Wir begreifen das hier auch als eine Solidargemeinschaft“, erklärte Moske, deren Verein Trägerin des Mehrgenerationenhauses ist.
Für einen höheren fünfstelligen Betrag wurde das Café in den vergangenen Monaten hergerichtet, hell und freundlich wirkt das Innere nun; wo einst Knastzellen des früheren Gerichts waren, finden sich jetzt die sanitären Anlagen. Als operativer Geschäftsführer fungiert Oswald „Ossi“ Steines, der schon die Geschicke der „Glocke“ lenkte, bevor diese von Unternehmer Peter Brommenschenkel aufgekauft wurde. Vor und nach seiner „Glocke“-Zeit arbeitete Steines beim Palais e.V., nun will er mit einer halben Stelle das Café ans Laufen bringen – gemeinsam mit einem Koch in Vollzeit und zwei Teilzeitkräften im Service. Er habe das Rad nicht neu erfinden müssen, erklärte Steines am Mittwoch in seiner Ansprache vor Gästen; man werde auf eine kleine Karte setzen, auf regionale Produkte und eine saisonale Küche. Geplant seien zudem verschiedene Veranstaltungen. Für Mittwochabend hat sich der Trierer Musiker und 16vor-Cartoonist Jimi Berlin angesagt.
Reinhold Spitzley ist derweil optimistisch, dass das Café auch Menschen erreicht, die nicht im Mehrgenerationenhaus arbeiten oder dort zu tun haben. Der Betrieb müsse sich selbst tragen und knüpfe an das frühere „Lesécafé“ im Palais Walderdorff an. Das hatte nach dem Wegzug des Palais e. V. der dann später in die Insolvenz gegangene Produktion e. V. geführt. Die ersten zehn Tage „Probelauf“ im „Balduin“ stimmten ihn sehr optimistisch, dass das neue Angebot in der Christophstraße angenommen werde. Im Café sollen auch Praktika für Menschen angeboten werden, die Qualifizierungsmaßnahmen des Palais e.V. durchlaufen. Hier könnten sie einen ersten Eindruck davon gewinnen, ob eine Tätigkeit in der Gastronomie ihnen zusage, so Spitzley.
von Marcus Stölb
