Polizei Trier zieht düstere Bilanz

TRIER. Die Polizei hat am Freitagmittag eine vorläufige Bilanz der gestrigen Alkoholexzesse in der Trierer Innenstadt gezogen: 17 Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, rund 150 Platzverweise ausgesprochen.

Die Nacht nach Weiberdonnerstag sei weiterhin bestimmt gewesen von „übermäßigem Alkoholkonsum und Aggressionsdelikten“, so der Leiter der Polizeiinspektion Trier, Edmondo Steri.

Viele Personen, die bereits tagsüber mit viel Alkohol „ihren“ Weiberdonnerstag gefeiert hatten, zogen während der Nacht weiter durch die Gaststätten und die Innenstadt. Das durch den Alkoholkonsum gesteigerte Aggressionspotential habe sich so auch nach 23 Uhr in einer Vielzahl von Körperverletzungs- und anderen Aggressionsdelikten fortgesetzt. Durch starke „Polizeipräsenz mit niedriger Einschreitschwelle“ seien durch „frühzeitiges offensives Vorgehen unzählige Konfliktsituationen zwischen Einzelpersonen und Personengruppen“ unterbunden worden.

Nach Darstellung der Polizei haben zahlreiche Schüler ihre Schulen am Vormittag bereits alkoholisiert verlassen. Das massenhafte Besäufnis habe sich dann bis in die Nachmittagsstunden fortgesetzt. „Einige Eltern zeigten sich beim Abholen der Kinder bei der Polizei entsetzt über deren Zustand. Vereinzelt waren Erziehungsberechtigte mit den polizeilichen Maßnahmen nicht einverstanden“, so die Polizei. In der Trierer Innenstadt waren mehr als 100 Polizeikräfte eingesetzt. Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen seien die eingesetzten Polizeibeamten von den „überwiegend deutlich betrunkenen Störern massiv beleidigt“ worden und hätten auch teilweise bei polizeilichen Maßnahmen Widerstand geleistet. Der Einsatzschwerpunkt im Bereich des Hauptmarktes wurde durch Einsätze im Bereich der Treviris-Passage erweitert; nach Ende des offiziellen „Treibens“ war die gesamte Innenstadt mit wechselnden Einsatzstellen zu überwachen.

Darüber hinaus meldeten sich viele Bürgerinnen und Bürger bei der Polizeiinspektion Trier wegen anhaltender Ruhestörungen. Im Rahmen der Priorisierung der Einsatzmaßnahmen in eigener Zuständigkeit habe hierbei durch die Polizei häufig keine Abhilfe geleistet werden können, wofür man bei den Betroffenen um Verständnis bitte.

Insgesamt verzeichnete die Polizei 17 Gewahrsamnahmen, es wurden rund 150 Platzverweise ausgesprochen. Die Einsatzkräfte sprechen von bislang mindestens zehn Fällen von Körperverletzung. In zwei Fällen habe es Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gegeben, außerdem fünf angezeigte Fälle von Beamtenbeleidigung. Zudem wurden zwei Unfälle mit Trunkenheit registriert, hinzu kommen bislang zwei angezeigte Sachbeschädigungen an Pkw.

Die Anzahl der Strafanzeigen sei jedoch nicht abschließend, da die Erfassungen fortgesetzt würden und noch weitere Anzeigen durch Geschädigte im Nachhinein zu erwarten seien, teilte die Polizei mit. Die Beamten berichten außerdem von Einzelbeispielen, welche Auswüchse der Weiberdonnerstag in Trier nahm.

Nach Urinieren in den Eingangsbereich eines Geschäftshauses kam es zu einer wechselseitigen Körperverletzung mit den Geschäftsinhabern, die sich dieses Verhalten nicht bieten lassen konnten. In diesem Zusammenhang sei zu erwähnen, dass diese Unart des öffentlichen Urinierens in der Innenstadt zu einer Vielzahl von Konfliktsituationen geführt habe.

Eine Glasscheibe in einer Gaststätte ging nach einer Rangelei durch zwei Heranwachsende zu Bruch. Es konnten durch die Präsenz der Einsatzkräfte immer wieder Streitigkeiten bereits im Anfangsstadium unterbunden und durch erteilte Platzverweise vermieden werden. Scheinbar grundlos schlug ein Tatverdächtiger auf dem Stockplatz einem Mann mit einem Teleskopschlagstock ins Gesicht und brach ihm das Nasenbein.

Zu einem Widerstand gegen Einsatzmaßnahmen der Polizei kam es gegen 23.55 Uhr mit einer männlichen Person, die mit einer Schutzweste mit der Rückenaufschrift „Polizei“ bekleidet, die Situation einer „echten“ Polizeikontrolle für die Einsatzkräfte darstellte. Die alkoholisierte Person schlug während der Kontrollmaßnahme nach den Einsatzkräften und beleidigte diese. Es kam zur Ingewahrsamnahme und zur Entnahme einer Blutprobe zur Feststellung der Schuldfähigkeit. Die Nacht wurde abgeschlossen von zwei Verkehrsunfällen mit jungen Fahrzeugführern, die erheblich unter Alkoholeinfluss standen. Zum Glück kam es zu keinem Personenschaden, es entstand ein Sachschaden von insgesamt ca. 9.000 Euro.

Als bekannter „Spitzenreiter“ einer festgestellten Atemalkoholkonzentration wurde bei einer 17-Jährigen ein Alkoholisierungsgrad von 2,68 Promille festgestellt. Sie wurde von der Polizei im Krankenhaus abgeholt und den Erziehungsberechtigten überstellt. Im Rahmen der Ermittlungen zu einer Trunkenheitsfahrt wurden zwei Personen in einem Pkw mit laufenden Motor festgestellt, wobei die Person auf dem Fahrersitz 2,9 Promille und die Person auf dem Beifahrersitz 3,03 Promille Atemalkoholkonzentration hatte.

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