Polizei ermittelt Mutter

TRIER. Bei der Mutter des Säuglings, der vergangene Woche in einer Telefonzelle im Stadtteil Trier-Nord aufgefunden worden war, handelt es sich um eine 20 Jahre alte Frau.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hatte die Mutter das Mädchen am frühen Morgen des 19. Juni in ihrer Wohnung in Trier-Nord ohne medizinischen Beistand zur Welt gebracht. Rund 18 Stunden später brachte sie das Neugeborene dann in eine Telefonzelle in der Herzogenbuscher Straße. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gelang es ihr, über einen Passanten Hilfe herbei zu rufen. Laut Staatsanwaltschaft hatte die Mutter angegeben, dass sie das Kind in der Telefonzelle vorgefunden habe.

Dass sie solange bei dem Kind geblieben war, bis sie sicher sein konnte, dass sich jemand des Neugeborenen annehmen würde, erspart ihr nun wohl den Vorwurf der Kindesaussetzung, wie Oberstaatsanwalt Ingo Hromada am Dienstag gegenüber 16vor erklärte. Das Verhalten der jungen Frau, die bereits ein Kind hat, sei erkennbar darauf ausgerichtet gewesen, Schaden von dem Baby abzuwenden. Hromada verwies auch darauf, dass die Mutter, die zwischenzeitlich ein Geständnis abgelegt hat, als Tatmotive wirtschaftliche Not und eine aussichtslose Lage angab. Die Frau geht Aushilfstätigkeiten nach, laut Staatsanwaltschaft sieht sie sich weiterhin nicht imstande, für das Kind zu sorgen. Das Mädchen befindet sich derzeit in der Obhut des Jugendamts.

Hromada geht davon aus, dass der jungen Mutter strafrechtlich nun keine Konsequenzen drohen. Einzig der Vorwurf der sogenannten Personenstandsentziehung stehe noch im Raum, weil die Frau ihr Kind nicht beim Standesamt gemeldet hat.

 

 

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