„Pfalzeler sind entsetzt“
PFALZEL. In mehreren Stadtteilen formiert sich Protest gegen die vorgeschlagene Schließung und Zusammenlegung von Grundschulen. In Pfalzel warnt man vor einem „Ausbluten des Stadteils“, sollte die örtliche Schule geschlossen werden.
Das Ende Juni vorgestellte Konzept für eine Schulentwicklungsplanung schlägt vor, die Grundschule in Pfalzel aufzugeben und die in Quint in eine Kita umzuwandeln. Dadurch sollen die Standorte Biewer und Ehrang aufgewertet und dauerhaft gesichert werden (wir berichteten).
Die Pfalzeler seien „entsetzt über die Wiederauflage der Schließungspläne“ für die Grundschule, teilte Ortsvorsteher Werner Pfeiffer (FWG) mit. Spontan hätten sich alle Ortsvereine und betroffenen Gruppierungen getroffen und verabredet, für den Weiterbestand der Gregor-von-Pfalzel-Grundschule zu engagieren, so Pfeiffer weiter.
Die örtliche Grundschule sei die einzige in Trier, die zum einen im Rahmen des Programms „SINUS“ an Grundschulen den naturwissenschaftlichen Unterricht weiterentwickele und zudem seit 2007 im Tandem-Projekt mit der örtlichen Kita intensiv kooperiere. „Mehr noch – sie ist sogar die einzige Grundschule in den alten Bundesländern, die mit dem Programm ‚PontefTandem‘ arbeitet und die Kita bereits seit 2011 im Gebäude aufgenommen hat“, berichtet der Ortsvorsteher. Erzieherinnen und Lehrerinnen gestalteten gemeinsam jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaften, Singkreise und Feste; desweiteren Vorlesestunden für alle Kinder sowie pädagogische Angebote.
Die Schließung der historischen Grundschule würde wohl den Verlust der Turnhalle mit sich bringen, fürchtet man in Pfalzel. Diese werde von sehr vielen Vereinen, der Volkshochschule sowie dem Kindergarten stark genutzt. „Dadurch käme es zu einem erheblichen Mitgliederschwund in allen Altersschichten“, warnt Pfeiffer. Bei der Erschließung eines großen Neubaugebietes sei den Kaufinteressenten zugesagt worden, dass sich im Stadtteil Pfalzel ein „pädagogisch gut aufgestellter Kindergarten und eine innovative Grundschule“ befänden, argumentieren die Kritiker der Schließungspläne weiter. Und dann wird noch der aus den 1960ern stammende Eingemeindungsvertrag ins Feld geführt – damals sei der Erhalt der Pfalzeler Grundschule garantiert worden. Eine Schließung der Grundschule und der Turnhalle werde „zwangsläufig zu einem Ausbluten des Stadtteils führen und die vorhandenen gut funktionierenden sozialen Netzwerke zerstören“, so Pfeiffer.
Weitere Informationen zum Thema: Mehrere Grundschulen stehen auf der Kippe
von Marcus Stölb
