Passiwan kann weitermachen
TRIER. Aufatmen bei Rollstuhlbasketball-Bundesligist Dolphins Trier: Nach der ersten Diagnose vor gut zwei Wochen und dem befürchteten Karriereende seines Topspielers Dirk Passiwan kann inzwischen Entwarnung gegeben werden.
Der Trierer Ausnahmeathlet kann und darf nach Auskunft der Ärzte seine Karriere weiterführen. Nach zahlreichen Untersuchungen in den vergangenen 14 Tagen bei etlichen Spezialisten wurden Knocheninfarkte in beiden Ellbogengelenken sowie bereits fortgeschrittene Osteoporosen in beiden Hüftgelenken attestiert. Doch wie die schon länger feststehenden Knienekrosen erlauben auch diese Beeinträchtigungen dem Trierer Nationalspieler, seine Sportlerlaufbahn fortsetzen zu können.
Sowohl der behandelnde hiesige Arzt, der Orthopäde und Sportmediziner Dr. Peter Krapf aus Trier, als auch der renommierte Sportmediziner Professor Heß in Saarlouis kamen zum gleichen Resultat, wenngleich der Spieler noch einige Wochen kürzer treten muss, da die momentanen Beschwerden überwiegend von einer Verletzung aus den Europapokal-Spielen aus England Anfang März herrühren und völlig abheilen müssen.
Erleichterung auch bei Bundestrainer Nicolay Zeltinger („Dirk ist für mich der zur Zeit wohl kompletteste Spieler weltweit!“). Für die Paralympics in London nominierte er den Allstar und Topscorer bei der letztjährigen Europameisterschaft in Israel in seinen endgültigen 12-Mann-Kader. Der 89-fache Nationalspieler wird zwar noch einige Wochen pausieren müssen, aber spätestens Juni/Juli in die Vorbereitungen für das paralympische Turnier der Nationalmannschaft einsteigen können.
Die wohl größte Erleichterung verspürte Dirk Passiwan selbst: „Ich bin nach der Horrormeldung der Ärzte vor einigen Wochen mehr als erleichtert. Nicht nur, dass ich weiter Basketball spielen kann, sondern auch, dass die sicherlich nicht schönen Resultate der Untersuchungen bei Einhaltung einiger Dinge auch keine schwerwiegenden, kurzfristigen Folgen haben werden: Ich habe gelernt, seit meiner Haupterkrankung vor nunmehr 12 Jahren mit meinen Folgeschäden und Handicaps leben zu können und bin in den letzten Jahren zu einem Kämpfer geworden“, so der Spielertrainer der Dolphins. „Es wäre dennoch für mich sehr schwer zu verkraften gewesen, hätte ich meine Karriere tatsächlich beenden müssen. Denn dieser tolle Sport bietet mir so viel an Lebensqualität, für die es sich allein schon lohnt zu kämpfen.“
von 16vor
