Noch kein Plan für Schulumzug

TRIER. Im Herbst 2010 beschloss der Stadtrat den Umzug der Realschule plus vom Süden in den Norden der Stadt. Nun scheint wieder völlig ungewiss, ob und wann die Schüler und ihre Lehrer die Kisten packen müssen.

Diesen Schluss lassen die Antworten zu, die Bürgermeisterin und Schuldezernentin Angelika Birk am Donnerstagabend auf eine Anfrage der FWG-Fraktion gab. Die Freien Wähler hatten unter anderem wissen wollen, wie sich denn der aktuelle Zeit- und Finanzplan für die Verlagerung darstelle.

Das Problem: „Es gibt zur Zeit keinen Zeit- und Finanzplan für die Verlagerung“, teilte die grüne Bürgermeisterin mit. Bislang sei berechnet worden, ob ein Neubau oder eine Generalsanierung und Erweiterung am Standort Geschwister-Scholl-Schule in Trier-Nord günstiger wäre. Das Ergebnis laut Birk: Ein Neubau sei dann wirtschaftlicher, wenn auch die Folgekosten mit einkalkuliert würden. Derzeit führe man noch Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hinsichtlich einer möglichen Förderung. „Die ADD setzt vor einer Prüfung der Option voraus, dass von Seiten der Stadt ein Nutzungskonzept aller bestehenden Schulgebäude vorgelegt wird, bevor Entscheidungen über die Förderung von Neubauten getroffen werden“, erläuterte Birk dem Stadtrat. Und dieses Nutzungskonzept werde momentan im Rahmen des Schulentwicklungskonzepts erarbeitet.

Was den Zeitplan für einen möglichen Umzug anbelangt, hält man sich im Rathaus noch alle Optionen offen: „Der Stadtvorstand hat hinsichtlich der Frage, ob es angesichts der Finanzlage der Stadt Trier eine Chance zur Realisierung besteht, noch keine Diskussion geführt und kann daher auch keine Empfehlung aussprechen“, so Birk. Im Herbst 2010 hatte die Bürgermeisterin noch erklärt, der Umzug solle „baldmöglich“ über die Bühne gehen. Als realistisches Datum gab sie damals das Schuljahr 2012/13 an. Dieser Termin ist nicht mehr zu halten, und selbst für das Schuljahr 2013/2014 dürfte ein Umzug kaum möglich sein; so es ihn denn noch geben sollte.

Der Umzugsbeschluss des Stadtrats hatte für lebhafte Kontroversen gesorgt. Auf einer Unterschriftenliste sprachen sich im Oktober 2010 rund 3.000 Menschen gegen eine Verlagerung der Realschule plus nach Trier-Nord aus. Bei einer Demonstration wurden gar Ressentiments gegen den geplanten neuen Standort laut: Demonstranten trugen Transparente mit Sprüchen wie „Trier-Nord ist ein schlimmer Ort“ oder „Trier-Nord ist Mord“. Unterdessen hat die mehr als 20 Klassen und rund 540 Schüler zählende Realschule plus in Trier-Süd einen neuen Namen: „Nelson Mandela Realschule plus Trier“.

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