Niemand sagt’s seiner Stadt
TRIER. Anfang Juli startete die „Kultur- und Kreativstation Trier“ (KUKS) ihr interaktives Videoportal „Sag’s deiner Stadt“. Offenbar traf das Angebot noch nicht den Nerv der Trierer, wie Initiator Kay Spiegel jetzt gegenüber 16vor bestätigte.
Eine weitere Form der Bürgerbeteiligung sollte es werden, per Videobotschaft sollten die Bewohner der Stadt ihre Meinung zu unterschiedlichen Themen kundtun – und das direkt und barrierefrei, wie Spiegel und Kollege Dorian Steinhoff hofften (wir berichteten).
„Das Feedback, das es zur Idee und dem Projekt gab, war sehr groß. Auch die Resonanz an Personen, die etwas einreichen wollten“, erklärte Spiegel auf Nachfrage. Nur reichte niemand etwas ein. Einen Dreh habe er abrechen müssen, so Spiegel, „da sich in diesem Moment das Thema der Volljährigkeit stellte, welches wir vorher noch nicht so bedacht hatten. Die Person war leider noch nicht volljährig“. Er und Steinhoff wollen sich weiterhin mit eigenen Statements zurückhalten.
Spiegel räumt ein, dass die Hürde vielleicht doch etwas hoch ist: „Ein Video, das aufgezeichnet wird, muss erst auf einen Computer überspielt werden, bevor man es hochladen kann. Smartphones unterstützen diese Funktion in der Regel nicht. Um diese Hürde zu umgehen und es wirklich einfach zu machen, erstellen wir gerade eine eigene mobile Applikation zu SDS“. Er glaubt zudem, dass die „Personifizierung der Aussage“ ein Problem ist. Ein Leserbrief oder Blog-Kommentar, der mit dem richtigen Namen versehen sei, weise zwar auch auf die Person hin, „aber tatsächlich das Gesicht zu zeigen und die richtigen Worte zu finden, scheint eine große Hemmschwelle zu sein“. Die beiden KUKS-Männer wollen das Projekt jedoch noch nicht abschreiben: Gegen Ende des Sommers wolle man das Vorhaben wieder „pushen“.
von Marcus Stölb
