Neuer Name für Brunnen?
TRIER. Die Ratsfraktionen von SPD und Grünen fordern, dass der „Heimatbrunnen“ am Augustinerhof einen neuen Namen erhält. Vor allem eine Bronzeplakette auf dem Beckenrand bietet immer wieder Anlass für Diskussionen.
Der „Heimatbrunnen“ am Rathaus wurde 1965 eingeweiht. Die Stadt Trier setzte damals insbesondere durch die Inschrift „Einigkeit und Recht und Freiheit. Breslau, Gleiwitz, Stettin, Königsberg, Eger, Marienburg“ ein politisches Zeichen. Im Ausschreibungstext zur Erstellung des Mahnmals hieß es: „Es soll emporreißen aus dieser Resignation und den Glauben an die Wiedervereinigung aller Teile des getrennten Deutschland beleben und stärken.“
Nach der deutschen Wiedervereinigung, die bekanntlich weder Breslau noch Stettin oder gar Königsberg umfasste, sei es „an der Zeit, auch das Mahnmal am Rathaus in diese neue politische Situation einzuordnen und diesen Prozess zu dokumentieren“, heißt es in einem Antrag für den am Donnerstag kommender Woche tagenden Stadtrat. Eine Jury aus Experten sowie der Politik könnte nach Meinung von SPD und Grünen durch eine Diskussion zur Benennung des Brunnens und der Anfertigung eine historische Dokumentation einen wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte leisten.
von Marcus Stölb
