Neue Haltepunkte gefordert
TRIER. Der Stadtrat drängt auf einen Ausbau der Regionalbahn und eine baldige Reaktivierung der Westtrasse für den Personenverkehr. Ein entsprechender Antrag der SPD wurde mit großer Mehrheit angenommen.
Rainer Lehnart begründete den Vorstoß seiner Fraktion unter anderem damit, dass im vergangenen Jahrzehnt lediglich ein neuer Haltepunkt für die Regionalbahn („Ehrang Ort) gebaut wurde. „Effekte erzielen wir aber erst, wenn wir mehrere Stationen realisieren“, so der Sozialdemokrat. Da die Stärkung des Schienennahverkehrs ein Schwerpunkt der neuen Landesregierung sei, müsse man Mainz nun in die Pflicht nehmen. Nach Ansichts Lehnarts wäre es „katastrophal“, wenn die Regionalbahn auf der Westtrasse führe und zwischen Ehrang und Igel keinen Halt hätte. Die SPD fordert daher vom Land, die Finanzierung des für frühestens 2017 geplanten neuen Haltepunkts Hafenstrafe (Mäusheckerweg) vorzuziehen und zusätzlich eine Station am Messepark zu realisieren.
„Selbstverständlich sind wir für die Regionalbahn“, betonte Thomas Albrecht von der CDU. Ein Haltepunkt am Messepark hätte auch nach Meinung des Christdemokraten „etliche Vorteile“, weshalb seine Fraktion es unterstütze, beim Land nun auf erhebliche Unterstützung für die Finanzierung neuer Stationen zu drängen. Albrecht äußerte jedoch auch seine Skepsis, ob der Appell nach Mainz das Projekt Regionalbahn wirklich voranbringe. Anja Reinermann-Matatko (Grüne) begrüßte ebenfalls den Antrag. Hierbei handele es sich um keine Absichtserklärung, sondern „diesem Antrag müssen Taten folgen“, sprich zusätzliche Haltepunkte. Das sei für ihre Fraktion „ganz wichtig“.
Während Linken-Ratsmitglied Katrin Werner sowie die FDP ebenfalls ihre „volle Unterstützung“ erklärten, und Johannes Verbeek (parteilos) das SPD-Ansinnen als „voll akzeptabel“ bezeichnete weil es „grundsätzlich gut ist, den ÖPNV zu unterstützen“, meldete einzig die FWG Bedenken an. Christiane Probst unterstellte der SPD, dass der Antrag „vermutlich von der Landesregierung diktiert“ worden sei, „um vom Moselaufstieg abzulenken“. Die FWG-Fraktionschefin weiter: „Der Verkehrsinfarkt in Trier lässt sich durch zwei Haltepunkte und die Reaktivierung der Westtrasse nicht heilen“. Gleichwohl stimmten auch die Freien Wähler dafür, dass der OB mit Mainz über die Finanzierung neuer Haltepunkte verhandelt.
Jensen (SPD) erklärte, dass der Rat mit dem Beschluss beim Stadtvorstand offene Türen einrenne. Er und Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) würden schon bald in dieser Sache nach Mainz fahren. Der OB hatte am Mittwoch im Interview mit 16vor betont, dass er vom Land „massive Unterstützung“ für das Projekt Westtrasse verlangt.
Weitere Informationen zur geplanten Reaktivierung der Westtrasse finden Sie hier.
von Marcus Stölb
