Nach DIN 1076 geprüft

TRIER-OST. Die Sanierung der Gartenfeldbrücke wird voraussichtlich rund 200.000 Euro kosten. Das teilte die Stadt auf Anfrage gegenüber 16vor mit. Über die Hintergründe der anstehenden Maßnahme hält man sich weitgehend bedeckt.

Per Postwurfsendung hatte das Tiefbauamt am vergangenen Montag die Bewohner von Kürenz und Trier-Ost darüber informiert, dass die Brücke ab Ende September für mindestens zwei Monate für den Fahrzeugverkehr komplett gesperrt wird (wir berichteten).

Die Ankündigung der Stadt kam auch für Kommunalpolitiker wie den Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld, Dominik Heinrich (parteilos), einigermaßen überraschend. Zwar sei er Anfang Juli über die Absicht der Stadt, die Sanierung noch in diesem Jahr durchzuführen, informiert worden, doch habe er einen Vor-Ort-Termin am 14. Juli aufgrund einer Reise nicht wahrnehmen können. Er wolle die Stadt für das Vorhaben auch nicht grundsätzlich kritisieren, betonte Heinrich, zumal er noch nichts Konkretes über die Hintergründe wisse. „Es war uns ja durchaus in Ortsbeirat und Stadtrat bekannt, dass die Brücke im Gartenfeld in keinem guten Zustand ist, aber dass sich jetzt kurzfristig erheblicher Sanierungsbedarf ergeben haben soll, überrascht mich schon“.  Heinrich weiter: „Bislang war im Stadtteil die Brücke in der Hermesstraße nach unseren Kenntnissen im kritischsten Zustand“.

Im Rathaus hält man sich über die Gründe für die Dringlichkeit der Sanierung bedeckt: „Bahnwerke werden nach der DIN 1076 geprüft. Danach wird eine Prioritätenliste aufgestellt und im Haushalt eingeplant. Die Maßnahme ist für 2011 vorgesehen“, teilte das Tiefbauamt am Mittwoch auf Anfrage mit. Für die Maßnahme im Gartenfeld seien rund 200.000 Euro Baukosten inklusive Mittel für Objekt- und Tragwerkplanung, Verkehrs- und Bahnsicherung veranschlagt. Zu Einschränkungen des Bahnverkehrs werde es nicht kommen, erklärte die Verwaltung gegenüber 16vor, die Arbeiten am Bahnkörper würden außerhalb des Bahnverkehrs durchgeführt.

Probleme für Einzelhändler

Heinrich hofft, dass aufgrund der notwendigen Umleitungen im Stadtteil kein Verkehrschaos ausbrechen wird. Dazu beitragen könnten seiner Meinung vor allem jene Autofahrer, die von den Höhenquartieren wie Petrisberg und Neu-Kürenz aus kommend täglich den Osten Triers durchqueren, obwohl die meisten Straßen nicht für Durchgangsverkehr vorgesehen sind. Dieses Problem stelle sich schon seit längerem, beispielsweise in der Bergstraße. Unter Umständen könne die Umleitung nun sogar zu einer vorübergehenden Verkehrsberuhigung in Trier-Ost führen, so Heinrich, der zudem die Hoffnung hegt, dass der örtliche Einzelhandel durch die Brückensperrung nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Das hofft auch Gerhard Surges, Inhaber des Nahkaufs im Gartenfeld. Er wurde nach eigener Darstellung nicht vorab über die Maßnahme informiert, und auch das Schreiben der Stadt vom vergangenen Montag erreichte ihn bislang nicht. Der Einzelhändler erwartet, dass sich die Sperrung bei seinen Umsätzen bemerkbar machen wird, da viele seiner Kunden aus anderen Stadtteilen wie Heiligkreuz oder Olewig kämen. Eventuell werde das aber durch neue Kunden aus dem Quartier kompensiert, die aufgrund der weiträumigen Umleitung ihr Auto häufiger stehen lassen und direkt vor Ort einkaufen. Die Vollsperrung dürfte in jedem Fall zu einer deutlichen Mehrbelastung der Domänenstraße führen, da der gesamte LKW-Verkehr nach Trier-Ost über Alt-Kürenz umgeleitet werden soll. Das betrifft auch die größeren Lkws, die täglich den neuen Paketstützpunkt der Post in der Güterstraße ansteuern.

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