Nach dem Abi in eine andere Stadt
TRIER. Jugendliche die eine Hauptschule oder Realschule plus verlassen, streben zur Hälfte eine duale Ausbildung an. Zwei Drittel der Abiturienten möchten nach dem Schulabschluss an eine Hochschule wechseln, wobei Trier als Studienort nicht hoch im Kurs steht.
Das geht aus einer Umfrage zur Berufs- und Studienwahl der Stabstelle „Lernen vor Ort“ im Trierer Rathaus hervor. Daran beteiligten sich im Frühjahr in Abschlussklassen von 16 allgemeinbildenden Schulen in Trier mehr als 800 der insgesamt rund 1.400 Abgänger.
Favoriten bei den Jungen, die einen Haupt- oder Realschulabschluss machen werden, sind eine Lehre als Kfz-Mechatroniker und Kaufmann im Einzelhandel, bei den Mädchen medizinische Fachangestellte und Bürokauffrau. 40 Prozent der Realschüler setzen auf dem Gymnasium ihre Schullaufbahn fort.
Nach dem Abitur wollen immerhin 16 Prozent der Gymnasiasten eine Lehre machen. Zwei Drittel streben aber an eine Universität oder FH, junge Frauen zumeist mit dem Berufsziel Ärztin oder Lehrerin. Bei den männlichen Studienanwärtern stehen Jura und Informatik am höchsten im Kurs. Dabei wollen nur sechs Prozent ihr Studium an der Universität Trier aufnehmen. Bei potenziellen Fachhochschülern interessieren sich dagegen 35 Prozent für diesen Standort.
Ein freiwilliges soziales Jahr wollen nur sehr wenige Abgänger machen. Hier gibt es die mit Abstand höchste Quote bei den Absolventen der Waldorfschule. Haupt- und Realschüler fühlen sich bei der Berufswahl gut beraten. Daher gibt kein Abgänger dieser Schulformen an, noch nicht zu wissen, was er nach dem Ende der Schulzeit tun wird. Bei Gymnasiasten und Waldorfschülern betonen das hingegen vier beziehungsweise sieben Prozent. Dort ist daher die Quote derer, die sich weniger gut informiert fühlen, am höchsten. Auf die Frage, wodurch sie sich bei ihrer Entscheidung am meisten unterstützt fühlten, geben fast alle Jugendlichen das Berufspraktikum in der Schulzeit an, gefolgt von Informationsquellen im Internet. Eltern rangieren nach Freunden und Bekannten an vierter Stelle. Arbeitsagentur und Schule folgen erst danach.
Die Experten interessierten sich auch für informelle Bildungsprozesse, die sich ohne pädagogische Zielstellungen ergeben, aber im Alltag eine wichtige Rolle spielen. Das gilt vor allem für die Mediennutzung. Für alle Jugendlichen ist das Internet die wichtigste Informationsquelle. Absolventen der Hauptschule und der Realschule plus beschäftigen sich in ihrer Freizeit öfters mit Computerspielen. Dagegen greifen Gymnasiasten und Realschüler häufiger zum Buch. Die Museen, das Theater und die Stadtbibliothek nutzen vor allem Gymnasiasten, Haupt- und Realschüler interessieren sich vor allem für Jugendclubs in ihrem Stadtteil. Bei den ehrenamtlich Engagierten sind Gymnasiasten am stärksten vertreten.
Der Auswertungsbericht der Umfrage ist als pdf-Dokument im Trierer „Lernen vor Ort“-Büro per Mail erhältlich: lernenvorort@trier.de.
von 16vor
