Musikfestival ganz europäisch

REGION. 56 Konzerte an 31 Spielstätten – vom 5. Juli bis zum 3. Oktober 2013 präsentiert das „Mosel Musikfestival“ erneut eine abwechslungsreiche Auswahl klassischer Konzerte und eine Vielzahl an weinkulturellen Events.

Mit dem Motto „Eurovisionen“ knüpft das 28. „Mosel Musikfestival“ wie bereits in den Jahren zuvor an das Jahresmotto des Kultursommers Rheinland-Pfalz an – und legt seinen Schwerpunkt auf die europäische Musiktradition und führende europäische Ensembles und Solisten.

Offiziell eröffnet wird das Festival mit Benjamin Brittens „War Requiem“ (5. Juli, Konstantin-Basilika). Der britische Komponist, der 2013 100 Jahre alt geworden wäre, setzte mit diesem Werk ein Zeichen gegen Krieg und Zerstörung: 1962 wurde es anlässlich der Wiedereröffnung der kriegszerstörten Kathedrale von Coventry uraufgeführt. Unter der Leitung von Ralf Otto singen der Bachchor Mainz, der Chor der Hochschule für Musik Mainz, der Mainzer Domchor und drei Solisten: Susanne Bernhard, Christoph Prégardien und Thomas E. Bauer. Es spielt die Deutsche Radio-Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern.

Das Motto „Eurovisionen“ prägt das gesamte Programm: International renommierte, aus Europa stammende Musiker interpretieren herausragende Kammermusik europäischer Komponisten. Unter den Ausführenden sind der Harfenist Xavier de Maistre (15. September), der in Trier geborene Pianist Alexander Lonquich (13. September), das Artemis-Quartett (1. September), das Schwestern-Trio Baiba, Linda und Lauma Skride mit dem Cellisten und ECHO-Klassik-Preisträger Julian Steckel (28. Juli) und die Geigerin Alina Pogostkina (8. September), die bereits mit zwölf Jahren beim „Mosel Musikfestival“ debütierte.

Zu den programmatischen Highlights zählen das Konzert des Barockorchesters „La Folia“ mit der Sängerin Simone Kermes, die die hohe Kunst des Koloraturgesangs in ein Rock ’n‘ Roll-Feuerwerk verwandelt (8. August), der Auftritt des jungen Countertenors Valer Barna-Sabadus (20. September) mit wiederentdeckten Arien des Barock-Komponisten Johann Adolph Hasse und die Aufführung von Bachs h-Moll-Messe mit dem Originalklangorchester „L’arpa festante“ und einem Solistenquartett um Countertenor Terry Wey (8. September Leitung: Stephan Rommelspacher).

Bereits am zweiten Tag des Festivals richtet sich der Fokus auf den musikalischen Nachwuchs: Im Rahmen der SWR2-Kulturnacht tritt die Pianistin Ragna Schirmer mit ihrem 15-jährigen Schüler Philipp Vitkov aus Bernkastel auf (6. Juli). Am 1. August gastiert das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz traditionsgemäß beim „Mosel Musikfestival“, diesmal unterstützt vom Fauré-Quartett. Und auch 2013 spricht die „JTI Classic Lounge“ (10. August) wieder junges Publikum an – zu Gast sind die ECHO-Klassik-Preisträger Spark. Die ebenfalls von JTI präsentierte Musik- und Tanzperformance „Red Bull Flying Bach“ (30. August) beweist, dass Bach und Breakdance durchaus zusammenpassen.

Dass klassische Musik auch komisch verpackt werden kann, zeigt das Duo „Igudesman & Joo“ mit seinem Programm „A Little Nightmare Music“ (20. Juli). Der Geiger und der Pianist wirbeln beim Open Air im Innenhof des Kurfürstlichen Palais mit Slapstick und virtuoser Musik durch ihre Musik-Comedy-Show. Ebenfalls im Freien treten der Trierer Konzertchor und das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim unter Manfred May auf – mit dem Händel-Oratorium „Samson“ (24. August).

Das Abschlusskonzert am 3. Oktober widmet sich einem der größten europäischen Komponisten der Romantik: Franz Schubert. Unter der Leitung von Martin Bambauer musizieren der Trierer Bachchor, das Orchester „L’arpa festante“ und ein Solistenensemble. Neben Schuberts großer As-Dur-Messe erklingt seine Symphonie h-Moll D 759, die „Unvollendete“. Somit passt auch der Schlussakkord zum Festival-Motto „Eurovisionen“ – schließlich ist das Projekt Europa ebenso unvollendet wie visionär.

Seit seiner Gründung im Jahr 1985 verwandelt das „Mosel Musikfestival“ die Mosel-Region von Luxemburg über Trier, Bernkastel-Kues, Cochem hin zur Mündung am Deutschen Eck in Koblenz in eine klingende Konzertlandschaft, einen „Weinberg der Klassik“. Heute ist es mit 50 Konzerten an mehr als 30 Spielstätten das älteste und größte international ausgerichtete Festival für klassische Musik in Rheinland-Pfalz und eines der größten in Deutschland. Ziel des Programms aus Klassik, Kammermusik und Open-Air-Konzerten ist es, eine der schönsten Weinkulturlandschaften Europas kulturtouristisch neu zu beleben.

Träger des Festivals sind die Landkreise, Städte und Kommunen der gesamten Mosel mit einer finanziellen Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz und einer Vielzahl privater Sponsoren. Hauptsponsor ist die Firma JTI – Japan Tobacco International Germany – Trier.

Die 136-seitige Festivalbroschüre, Informationen, Termine und Tickets gibt es unter www.moselmusikfestival.de oder 06531/3000.

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