Meine startet von Platz 15

MAINZ/TRIER. Die rheinland-pfälzische FDP hat ihre Landesliste für die im Herbst 2013 anstehende Bundestagswahl aufgestellt. Henrick Meine, Direktkandidat der Trierer Liberalen, tritt auf dem schier aussichtslosen Listenplatz 15 an.

Dabei hatte Meine, der auch Schatzmeister des FDP-Kreisverbands ist, noch vor wenigen Wochen angekündigt, auf einen der vorderen Listenplätze antreten zu wollen (wir berichteten). Dass die Partei mit ihrem Landesvorsitzenden Volker Wissing an der Spitze in den Wahlkampf ziehen würde, galt schon vor dem Parteitag als ausgemachte Sache; ebenso gesetzt war Rainer Brüderle. Der Fraktionschef im Bundestag wird immer wieder als möglicher Anwärter für den Bundesvorsitz gehandelt, sollte Philipp Rösler noch vor dem Wahltermin straucheln.

Nachdem bei der letzten Bundestagswahl auch die rheinland-pfälzische FDP ein Rekordergebnis eingefahren hatte, stellte sie in Berlin insgesamt fünf Abgeordnete. Selbst innerhalb der Partei rechnet derzeit aber niemand ernsthaft damit, dass sich dieser Erfolg 2013 wiederholen lässt – zumal, nachdem die Freidemokraten im Frühjahr 2011 trotz einer respektablen Mannschaft mit Ex-Justizminister Herbert Mertin an der Spitze den Wiedereinzug in den Landtag verpassten.

Drei Sitze im Bundestag gelten noch als erreichbar, entsprechend begehrt war denn auch am Samstag in Mainz-Lerchenberg der dritte Listenplatz: Manuel Höferlin, Bundestagsabgeordneter aus Harxheim, Sandra Weeser aus Neuwied und Christina Steinheuer aus Ahrweiler traten gegeneinander an. In der Stichwahl konnte sich Höferlin mit 100 zu 95 Stimmen knapp durchsetzen. Doch damit brachte er auch den Regionalproporz etwas durcheinander, denn nun fanden sich auf den ersten drei Plätzen mit Brüderle und Höferlin gleich zwei Vertreter des Bezirks Rheinhessen-Vorderpfalz. Die zunächst unterlegene Sandra Weeser aus dem FDP-Bezirksverband Koblenz ergatterte schließlich Platz 4, und auf Platz 5 kam nun auch ein Vertreter aus dem Bezirk Eifel-Hunsrück zum Zuge, zu dem auch die Trierer Liberalen zählen.

Doch von drei potenziellen Bewerbern aus Eifel-Hunsrück trat nicht etwa der Trierer Direktkandidat Henrick Meine an, sondern Marco Weber. Der Landwirt und Umweltfachwirt aus der Eifel sei der „inhaltlich geeignetste Kandidat, um die Nachfolge von Dr. Edmund Geisen anzutreten“, heißt es zur Begründung in einer Mitteilung der Trierer Freidemokraten. Geisen hatte bereits angekündigt, nicht wieder für den Bundestag zu kandidieren. Meine unterstützte nun Weber und stellte eigene Ambitionen zurück: „Aufgrund meiner eigenen Herkunft aus dem ländlichen Niedersachsen bin ich mir bewusst, dass Rheinland-Pfalz dringend einen Vertreter für den ländlichen Raum braucht. Die anderen Bezirksverbände entsenden Vertreter aus den Ballungszentren des Landes, hier musste unser Bezirksverband ein deutliches Signal für den ländlichen Raum und für die Vertreter der Eifel und des Hunsrück setzen“, so Meine. Er tritt nun auf Platz 15 an, weshalb seine Chancen, den Sprung in den Bundestag zu schaffen, gen Null tendieren.

FDP-Kreischef Tobias Schneider zeigt sich dennoch zufrieden mit dem Ergebnis des Parteitags: „Wir haben eine tolle Liste mit überdurchschnittlich guten Kandidaten aufgestellt. Vom ersten bis zum letzten Platz gibt es niemanden, der es sich nicht verdient hätte, auf der Liste zu stehen“.

Zum selben Thema: „Wir vergessen nicht so schnell“

Print Friendly, PDF & Email

von

Schreiben Sie einen Leserbrief

Angabe Ihres tatsächlichen Namens erforderlich, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Noch Zeichen.

Bitte erst die Rechenaufgabe lösen! * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.