Luxair im Sinkflug
LUXEMBURG. Die Luxair befindet sich weiter in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Airline des Großherzogtums muss nun Flugzeuge verkaufen und streicht die Destinationen Prag und Dublin aus dem Flugplan.
Insgesamt fällt die Gesamtbilanz der LuxairGroup durchwachsen aus. Zwar stiegf der Umsatz von knapp 383 Millionen Euro im Jahr 2009 auf fast 409 Millionen im vergangenen Jahr. Auch nahm der Verkauf von Pauschalangeboten um immerhin 6 Prozent zu, wobei der Tour-Operator einen Zuwachs auf sämtlichen Märkten feststellen konnte.
Einen deutlichen Aufschwung nach einem wirklichen Krisenjahr verzeichnete das Cargo-Handling: Mit 735.000 Tonnen im Vergleich zu 672.000 im Jahre 2009 legte dieser Sektor um 9 Prozent zu, womit der Flughafen Luxemburg seine Position als fünftgrößter Frachtflughafen Europas behaupten konnte. Im Passagierbereich rangiert der „Findel“ mit 1,63 Millionen Fluggästen im Jahr derweil weiter unter den kleineren Airports.
Wie auch die Luxair zu den kleinsten der Branche zählt. Zwar verzeichnete die Airline 2010 einen Zuwachs der Passagierzahlen um 6,4 Prozent, doch konnte dies den in diesem Bereich anhaltenden Einnahmerückgang um 4 Prozent nicht auffangen. „Der Verkauf von Business-Flugtickets ist weiterhin rückläufig. Entsprach die Zahl der Business-Class-Passagiere 2008 noch 30 Prozent der beförderten Passagiere, so waren es 2009 noch 24 Prozent und 2010 nur 22 Prozent“, teilte das Unternehmen mit. Der Verkauf von Primo-Tickets verbuchte hingegen einen Zuwachs und stieg von 145.000 (2009) auf 185.000 im Jahre 2010 an.
Unterm Strich musste die Airline 2010 einen Betriebsverlust von mehr als 11 Millionen Euro hinnehmen. „Ohne adäquate Gegenmaßnahmen müsste Luxair mit wachsenden Verlusten rechnen, die die Ergebnisse der Gruppe stark belasten würden“.
Mit einem Maßnahmenpaket will die Direktion der LuxairGroup die von der Fluggesellschaft eingeflogenen Verluste nun zumindest eindämmen. So werden die Ziele Prag und Dublin, die die Rentabilitätsschwelle nicht erreichen konnten, aus dem Angebot genommen. Eine im nur wenige Flugminuten entfernten Saarbrücken stationierte Maschine des Herstellers Embraeer wird abgezogen. Mehr noch: Zwei Embraer ERJ 135 sollen verkauft werden. Die Entlassung von Mitarbeitern sei hingegen nicht geplant, versicherte das Unternehmen.
von Marcus Stölb
