Lesebühne löst sich auf

TRIER. Nach über drei Jahren stellt die erste monatlich stattfindende Trierer Lesebühne „Kanapee-Poeten“ ihre Veranstaltungen ein, weil zwei Teammitglieder die Stadt verlassen.

Am 6. Mai 2008 traten die drei Stammautoren der „Kanapee-Poeten“ Nadja Schlüter aus Bonn, Mark Heydrich aus Saarbrücken und Dorian Steinhoff aus Trier unter der organisatorischen Regie von Elisabeth Jaspersen das erste Mal vor das Mikrofon im Café Lübke Sounds und lasen ihre selbstverfassten Texte vor. Sie machten das – jedes Mal erweitert um einen überregionalen Gast – bis zum 2. Juni 2011 jeden ersten Dienstag im Monat. Besucht wurden sie dabei im Schnitt von 80 aufmerksamen Zuhörern. Zusätzlich organisierte der Trägerverein Selbstredend e.V. in den Jahren 2009 und 2010 zum feierlichen Saisonabschluss im Juli jeweils ein Sommerfest unter freiem Himmel, das „Kanapee-Poeten“-Open-Air im Exhaus-Innenhof.

Während des Bestehens der Lesebühne war die gesamte junge deutschsprachige Live-Literatur-Elite zu Gast. Poeten aus Städten von Kiel bis Fribourg (Schweiz) fanden den Weg nach Trier. Unter anderem begrüßten die deutschen Poetry-Slam-Meister der letzten drei Jahre (Sebastian 23, Philipp Scharrenberg, Patrick Salmen) das Publikum im Café Lübke Sounds.

Die „Kanapee-Poeten“ wurden vor allem von einem idealistischen Non-Profit-Gedanken und viel ehrenamtlichen Engagement getragen. Alle Künstler traten honorarfrei bei Erstattung ihrer Anfahrtskosten auf, sie wurden privat verpflegt und untergebracht. Gleichzeitig war die Lesebühne der Ausgangspunkt des literarischen Aktionismus des Selbstredend e.V., der seit seiner Gründung im Oktober 2008 die Trierer Kulturlandschaft mit der Organisation weiterer Literaturformate und der Durchführung von kulturellen Bildungsprojekten zur Schreib- und Leseförderung an Trierer Schulen bereichert. Da nun zwei Mitglieder aus dem Team um die Lesebühne die Region verlassen, werden die „Kanapee-Poeten“ keine vierte Spielzeit mehr bestreiten.

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