Konkurrent oder Partner?
TRIER. Die Deutsch-Chinesische Gesellschaft, das Konfuzius-Institut, das Fach Sinologie an der Universität Trier und die Volkshochschule laden zu einer sechsteiligen Vortragsreihe über China ein.
„China – Konkurrent oder Partner“ lautet das Thema der ersten Veranstaltung am kommenden Dienstag, 6. November, um 19.30 in der VHS am Domfreihof. Referentin Professor Monika Schädler von der Hochschule Bremen wird über aktuelle Entwicklungen in der chinesischen Wirtschaft berichten.
Seit dem rasanten wirtschaftlichen (Wieder-)Aufstieg Chinas in den vergangenen Jahrzehnten pendelt die europäische Wahrnehmung des bevölkerungsreichsten Landes der Erde zwischen den Extremen Bewunderung und Angst. Raubkopien, Technologieklau, weltweite Rohstoff- und Unternehmensaufkäufe in großem Stil bestimmen das aktuelle Bild Chinas in den Medien. Was haben wir von China zu erwarten und wie gehen wir damit um, lautet eine der Fragen, auf die Schädler eingehen wird.
Die weiteren Vorträge:
13. November: Konfuzianismus – gestern und heute. Referent: Professor Christian Soffel, Universität Trier
Die Schule des Konfuzianismus beruft sich auf eine 2500-jährige Tradition und wird oft als wesentliches Charakteristikum der chinesischen Kultur empfunden. Man muss sich aber auch die Frage stellen, ob der Konfuzianismus von der kommunistischen Führung der Volksrepublik China instrumentalisiert wird. Der Vortrag beleuchtet zentrale Stationen der historischen Entwicklung, die im heutigen Brennpunkt des Forschungsinteresses stehen, und zeigt die komplexe Situation in der modernen chinesischen Gesellschaft auf.
20. November: Gastlichkeit in China. Referent: Professor Yong Liang, Universität Trier
Ein gastlich qualifizierter Umgang mit Anderen und Fremden, der in China als eine alte Kulturtradition verstanden wird, gilt zugleich als eine neue Herausforderung in der sprunghaft erweiterten und intensivierten Kooperation und Kommunikation Chinas mit anderen Ländern der Welt. Der Vortrag befasst sich mit der tradierten Grundkonzeption der Gastlichkeit in China und mit einigen allgemeinen Handlungsregeln der Gastlichkeit, wie sie im heutigen China alltäglich-lebensweltlich ihre Geltung haben dürften.
8. Januar: Zukunftskonzepte und Zukunftsplanung in China. Referentin: Professor Nicola Spakowski, Universität Freiburg.
China wird im Westen eine enorme Bedeutung für die globale Zukunft beigemessen. Wie werden und wurden Zukunftsfragen in China selbst diskutiert? In dem Vortrag wird gezeigt, wie die wechselhafte innere und äußere Lage Chinas Debatten über seine Zukunft geprägt hat.
15. Januar: Meinungsmacht und Meinungsmacher – Medien in der VR China. Referentin: Dr. Kristin Kupfer, Universität Freiburg.
Das Mediensystem in der VR China wird nach wie vor von der Meinungsmacht des kommunistischen Regimes dominiert. Allerdings sorgt der Einfluss von unterschiedlichen Interessensgruppen, des Internets und von engagierten Journalisten für ein zunehmend breiteres Meinungsspektrum innerhalb der chinesischen Medienlandschaft.
22. Januar: Mensch und Gesellschaft in Europa und China. Referent: Prof. Dr. Siegfried Englert, Staatskanzlei Rheinland-Pfalz.
Warum haben die Chinesen ein anderes Menschenbild als wir Europäer? Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, diese drei abendländischen Werte, wegen derer viel Blut vergossen wurde, werden in China immer noch anders gesehen als bei uns in West-Europa. Die Gründe für diese unterschiedliche Betrachtungsweise stehen im Mittelpunkt des Vortrages.
Alle Veranstaltungen sind jeweils dienstags um 19.30 im Raum 5 der VHS. Eintritt 4,00 Euro (Schüler und Studenten mit Ausweis frei!)
von 16vor
