„Kein Vergeben, kein Vergessen!“

TRIER. Das Multikulturelle Zentrum Trier ruft dazu auf, am kommenden Samstag „ein deutliches Zeichen gegen rechte Gewalt und die Kriminalisierung von zivilgesellschaftlichem Engagement“ zu setzen.

Unter dem Motto „Kein Vergeben, kein Vergessen! Gegen rechte Gewalt!“ soll den Opfern von Neonazis gedacht werden.

„Die Mordserie hat gezeigt, dass wir in Deutschland das Gewaltpotenzial von Rechtsradikalen unterschätzt haben. In diesen Zeiten müssen alle Demokraten zusammenstehen und zeigen, dass Rassismus und Fremdenhass in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“, ruft Christiane Jellonnek vom Multikulturellen Zentrum die Trierer zur Teilnahme an der Kundgebung auf.

Auch der Verfassungsschutz, der in der Vergangenheit immer wieder negative Schlagzeilen gemacht hatte, wird in dem Aufruf des Multikulturellen Zentrums kritisiert. Ein weiteres Augenmerk werde man auf die sogenannte Extremismustheorie richten. Zwischen den Redebeiträgen verschiedener Gruppen und Initiativen wird es musikalische Beiträge geben.

„Zivilgesellschaftliche Organisationen, die seit Jahren erfolgreiche Arbeit gegen Diskriminierung jeglicher Art leisten, stellen eine wichtige gesellschaftliche Alternative gegenüber staatlichen Institutionen dar. Statt diese zivilgesellschaftliche Initiativen und Einrichtungen in ausreichendem Maße zu unterstützen, werden solche häufig kriminalisiert und in ihrer Arbeit nicht ernst genommen. Als Grundlage dient hier in vielen Fällen die Extremismustheorie“, kritisiert Eileen Becker vom Multikulturellen Zentrum.

Das Multikulturelle Zentrum und die unterstützenden Gruppen fordern eine Stärkung der zivilgesellschaftlichen Organisationen, um rechter Gewalt präventiv entgegen arbeiten zu können. „Der Verfassungsschutz ist zu dieser präventiven Arbeit nicht in der Lage, wie die aktuellen Ermittlungen gegen den sogenannten ‚Nationalsozialistischen Untergrund‘ und die Aufdeckung der von dieser Gruppe begangenen zehn Morde ein weiteres Mal gezeigt haben“, so Pit Reinesch vom Multikulturellen Zentrum. Die Kundgebung, auf der die Unterstützung emanzipatorischer Projekte und Initiativen gefordert und den Opfern der rechten Gewalt gedacht werden soll, wird

Die Kundgebung soll um 12 Uhr an der Porta Nigra beginnen. Die Stadt habe diesen Kundgebungsort allerdings bisher noch nicht genehmigt, heißt es. Aus dem Rathaus hieß es auf Nachfrage, dass es keiner Genehmigung bedürfe, sondern die Versammlung lediglich angemeldet werden müsse. Aus Sicht der Stadt spreche grundsätzlich nichts gegen den Versammlungsort, doch habe man noch eine Stellungnahme der Polizei angefordert.

Print Friendly, PDF & Email

von

Schreiben Sie einen Leserbrief

Angabe Ihres tatsächlichen Namens erforderlich, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Noch Zeichen.

Bitte erst die Rechenaufgabe lösen! * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.