Insolvenzen in Trier verdoppelt
TRIER. Creditreform Trier hat das Insolvenzgeschehen in der Region im ersten Halbjahr 2012 näher unter die Lupe genommen und mit dem Vorjahreszeitraum verglichen. Für 16vor wurde insbesondere die Entwicklung der Stadt Trier betrachtet.
Nach den aktuellen Untersuchungen von Creditreform Trier liegt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ehemaligen Regierungsbezirk Trier bei 101 Firmen-insolvenzen (eröffnete Verfahren oder Ablehnung der Eröffnung mangels Masse). Dies bedeutet gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 (78 Unternehmensinsolvenzen) eine Steigerung von über 29 Prozent. Bundesweit sind die Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2012 lediglich um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen.
Betroffen sind hier allerdings auch viele Kleinstunternehmer (insgesamt rund 50 und im Bereich der Stadt Trier 16) mit lediglich ein bis zwei Beschäftigten. Interessant an dieser Stelle ist, dass es hier im Bereich der Stadt Trier auch einige selbständige Schrotthändler getroffen hat, die möglicherweise erheblich von steuerlichen Problemen tangiert waren.
Mit 32 Insolvenzen sind dabei in der kreisfreien Stadt Trier die meisten Firmenpleiten zu verzeichnen (Vorjahr 16, somit verdoppelt), gefolgt vom Kreis Bitburg-Prüm mit 24 (plus 50 Prozent) und dem Kreis Bernkastel-Wittlich mit 20 Unternehmensinsolvenzen. Die wenigsten Unternehmenspleiten sind in den Kreisen Trier-Saarburg (17) und Vulkaneifel (8), zu vermelden.
Wirft man einen Blick auf das betroffene Umsatzvolumen im Bereich der Firmeninsolvenzen, so ist gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung von 266 Prozent festzustellen. Das von Unternehmensinsolvenzen betroffene Umsatzvolumen lag im ersten Halbjahr 2011 in der Region Trier noch bei 49,21 Millionen Euro, 2012 liegt dies bei immerhin 180,30 Millionen Euro. Umsatzstärkstes und von der Insolvenz betroffenes Unternehmen war das Trierer Stahlwerk TSW, dessen Insolvenzverfahren allerdings wegen der Zugehörigkeit zur Pampus-Gruppe vor dem Amtsgericht Dortmund geführt wird, mit einem Umsatzvolumen von über 125 Millionen Euro Jahresumsatz. Weitere umsatzstarke Unternehmen waren die Schwesterfirmen Bautra und Tisa in Trier-Ehrang mit einem Gesamtumsatz von sieben Millionen Euro Umsatz.
Auch sind im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 in den ersten sechs Monaten 2012 wesentlich mehr Arbeitsplätze von den Firmenpleiten betroffen (2011: 415 Arbeitsplätze; 2012: 777). Allein 260 Arbeitsplätze sind von der Pleite des TSW Trierer Stahlwerks betroffen. Etwas über 30 Beschäftigte sind es bei den Trierer Baumaschinenhandels- und verleihfirmen Bautra und Tisa. Insgesamt entfallen auf den Bereich der Stadt Trier 447 Arbeitsplätze.
Die Privatinsolvenzen in der Region Trier sind im ersten Halbjahr 2012 um 8,65 Prozent zurückgegangen. Waren in den ersten sechs Monaten 2011 noch 266 Verbraucherinsolvenzverfahren zu verzeichnen, so sind es im ersten Halbjahr 2012 243 Verfahren. Bundesweit war im ersten Halbjahr 2012 ein Rückgang von 1,4 Prozent zu vermelden.
Betrachtet man die Privatinsolvenzen nach Kreisen, so ist festzustellen, dass mit 82 Privatinsolvenzverfahren im Bereich der kreisfreien Stadt Trier (Vorjahr 81) die meisten Verbraucherpleiten zu verzeichnen sind, gefolgt vom Kreis Trier-Saarburg mit 55 und Bernkastel-Wittlich mit 53 Privatinsolvenzen. Die wenigsten Privatinsolvenzen sind in den Kreisen Bitburg-Prüm (37) und im Kreis Vulkaneifel (16) zu vermelden. Von den 82 Verbraucherinsolvenzen im Bereich der Stadt Trier entfallen immerhin 29 auf weibliche Personen.
Berücksichtigt sind im Bereich der Privatinsolvenzverfahren jedoch nur die tatsächlich veröffentlichten Verfahren, also keine außergerichtlichen Schuldenregulierungsverfahren zur Insolvenz oder nachträglich gerichtlich bestätigte Regulierungsverfahren, die nicht der Veröffentlichung unterliegen.
von 16vor
